Feierliche Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft

Nordhausen (HSPN) Am 05.04.2019 unterzeichneten der Verein IFA-Museum Nordhausen e. V. und die Hochschule Nordhausen einen Kooperationsvertrag, der als Brücke zwischen der industriellen Vergangenheit in Nordhausen und der Zukunft in Form von Wissenschaft, Bildung und Pflege des technischen Erbes dienen soll.

Feierliche Unterzeichnung

Bildunterschrift: Feierliche Unterzeichnung von links: Herr Brandt, Verein IFA Prof. Viehmann, IAE Prof. Wagner, Präsident HS Dr. Buchham, IAE Prof. Neitzke, Sprecher IAE Herr Geiger, Verein IFA Herr Franke, Vereinsvorsitzender (Foto: Matthias Viehmann)

In Nordhausen wurde über 9 Jahrzehnte Fahrzeugtechnik produziert, beispielsweise Grubenloks, Schlepper und Dieselmotoren. Die Nordhäuser Motorenwerke waren bis zur politischen Wende der größte ostdeutsche Dieselmotorenproduzent. Die Aggregate kamen beispielsweise in Nutzfahrzeugen, in Landmaschinen, in Bussen und in Traktoren zum Einsatz. Mit über 4.000 Beschäftigten war der Betrieb ein wichtiger Arbeitgeber der Region sowie Thüringens. 1992 wurde das Unternehmen geschlossen.

Nordhäuser Unternehmer und ehemalige IFA-Mitarbeiter gründeten 2007 den Verein IFA-Museum Nordhausen am Harz e. V.  Zielstellungen des in ehrenamtlicher Arbeit aufgebauten Museums sind das Sammeln und der Erhalt der technischen Exponate, ihre öffentliche Ausstellung, Information und Schulung aller Generationen über die wissenschaftlich-technische, wirtschaftliche und politische Geschichte des Industriestandortes. Das Museum gehört inzwischen zu den bedeutenden Fahrzeugmuseen Mitteldeutschlands und ist weit über die Region bekannt.

Die Hochschule Nordhausen bietet Bachelor- und Masterstudiengänge in den Fachbereichen Ingenieurwissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an. Sie leistet Beiträge zur wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung in der Region und darüber hinaus. So sind Forschung und Entwicklung eng mit der Hochschullehre verbunden, auch in Form der Bearbeitung praxisrelevanter Themenstellungen durch Studierende. Dabei spielt das zukunftssichere Gebiet der Informatik eine besondere Rolle. Federführend an dieser Stelle ist das Institut für Informatik, Automatisierung und Elektronik, IAE.

Die Vertragspartner identifizierten ein Projektthema, welches die Anliegen beider Seiten betrifft: ein MULTIMEDIA-GUIDE-SYSTEM. Dieses werden Studierende des Instituts IAE im Rahmen eines studienbegleitenden Praxisprojekts erstellen. Damit wird ein multimediales Tool zur Unterstützung von Ausstellungen und Präsentationen vorliegen, so auch für das IFA-Museum. Dem Museum steht damit ein System zur Verfügung, das die Museumsmitarbeiter, also die ehemaligen Motorenspezialisten, bei ihren Führungen durch die Ausstellung entlastet. Ein weiterer, sehr wertvoller Effekt durch das Kooperationsprojekt ist die Archivierung der Kenntnisse und Erfahrungen der älteren Motorenbauer. Und damit ist die Brücke geschlagen zwischen der Sicherung der Informationen über die regionale Industriegeschichte und der zukunftsorientierten Bildung.              

PM 16/2019