Neues Biogas-Forschungsprojekt

Im Herbst vergangenen Jahres startete das zur Hochschule Nordhausen gehörige ThIWert im Themenfeld Ressourceneffizienz seine Innovationsforschung für die Thüringer Wirtschaft. „Wir wollen die lokalen und überregionalen Unternehmen als aktiver Forschungspartner unterstützen“, erklärt Prof. Dr. Ariane Ruff, die gemeinsam mit Dr.-Ing. Volker Asemann das Innovationszentrum leitet. Der Grundstein wurde mit den vom Freistaat Thüringen, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, geförderten Projekten „InnoWert“ und „InnoRessourcen“ gelegt. Jetzt bewilligte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Fördermittel zur Effizienzsteigerung von Technologien zur Biogasentschwefelung.

Neues Biogasforschungsprojekt gestartet

Team Bioverfahrenstechnik der Hochschule Nordhausen

„Biogas enthält neben den Hauptbestandteilen Methan und Kohlenstoffdioxid in Spuren auch Schwefelwasserstoff. Letzteres muss vor der Verstromung des Biogases im Blockheizkraftwerk aus dem Gas entfernt werden, um die Langlebigkeit des Aggregats zu gewährleisten. Hierfür gibt es auf dem Markt verschiedene technologische Ansätze mit unterschiedlichen Wirkungsgraden“, berichtet Dr.-Ing. Anja Schreiber.

In Kooperation mit den Thüringer Unternehmen UGN-Umwelttechnik GmbH, BTN Biotechnologie Nordhausen GmbH, R&G EMSR- Technik GmbH und unterstützt durch den Netzwerkpartner Energieversorgung Nordhausen - Biomethan GmbH, entwickelt das Team Bioverfahrenstechnik um Prof. Uta Breuer und Dr.-Ing Anja Schreiber nun eine völlig neuartige Verfahrensweise.

„Bereits in einem Vorgängerprojekt konnten wir die hohe Reinigungsleistung der in aquatischen Systemen vorkommenden Schwefelbakterien Beggiatoa alba und Thiotrix nivea nachweisen. Die innovative Idee ist nun ein modulares Drei-Stufen-Entschweflungs-Verfahren, das die Vorteile der bisherigen am Markt verfügbaren Entschwefelungssysteme miteinander verknüpft. Während in der ersten Stufe die neuartigen Schwefelbakterien die Hauptleistung übernehmen sollen, werden diese im zweiten Schritt durch die natürlich in Gülle vorkommenden Schwefelbakterien unterstützt. Der letzte Schritt ist unser safety step. Hier garantieren eisendotierte Cellulosepellets eine 100 % Gasreinigung“, erklärt Prof. Dr. Uta Breuer.

Neu im Team sind die beiden Wissenschaftlerinnen M.Eng. Lynn Vincent und M.Sc. Maren Podewski, die neben der Betreuung und Optimierung der Versuchsanlage mittels molekularbiologischer Methoden die Effizienz der eingesetzten Schwefelbakterien überprüfen.

Nach erfolgreicher Umsetzung des 30-monatigen Projektes soll in einem fortführenden Forschungsvorhaben ein Up-Scaling der Laboranlage zur Pilotanlage erfolgen. Diese soll anschließend in den Gasstrom einer landwirtschaftlichen Biogasanlage integriert und im Praxisbetrieb getestet werden.

PM 5/2020