Hochschule Nordhausen setzt Maßstäbe für nachhaltigen Campusbetrieb als Vorbild für öffentliche Gebäude und Unternehmen

Hochschulen fungieren nicht nur als Bildungsstätten für zukünftige Entscheidungsträger, sondern auch als (Diskurs-) Räume, die eine Schlüsselfunktion im gesellschaftlichen Transformationsprozess einnehmen. Vor diesem Hintergrund bündeln vier Thüringer Hochschulen im Rahmen des Forschungsvorhabens "KLIMA-Netzwerk für mehr Nachhaltigkeit in Thüringen" ihre Kompetenzen, stellen sie im Netzwerk wechselseitig zur Verfügung und entwickeln sie arbeitsteilig weiter.

Gruppe Studenten auf dem Campus

Das Praxisprojektteam bestehend aus der Task Force und Studierenden der Hochschule Nordhausen (©Hochschule Nordhausen/Bild: Thomas Füldner)

Das KLIMA-Netzwerk ermöglicht es, Modellvorhaben pilotartig durchzuführen und die Ergebnisse hochschulübergreifend zu verbreiten. Die Vorhaben sind nicht auf die Hochschulen beschränkt, sondern integrieren Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um gesellschaftliche Strahlkraft in die Region und darüber hinaus zu entwickeln.

Die Hochschule Nordhausen ist eine von vier Hochschulen, die im Forschungsprojekt KLIMA-N darauf abzielt, einen nachhaltigen Campus­betrieb zu fördern. Das Gesamtprojekt besteht aus vier Teilvorhaben, zu denen die Fachhochschule Erfurt, die Universität Erfurt, die Technische Universität Ilmenau und die Hochschule Nordhausen forschen und zusammenarbeiten. Das Thüringer Projektkonsortium wird durch die Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst der Fachhochschule Erfurt koordiniert. Die Förderung des Projektes im Rahmen der Ausschreibung "Transformationspfade für nachhaltige Hochschulen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstreicht die Bedeutung und Relevanz dieses Vorhabens für die nationale Forschungs- und Bildungslandschaft.

Die Hochschule Nordhausen arbeitet daran, ihren Campus umweltfreundlicher zu gestalten, indem sie sich auf die Verbesserung der Energie- und Ressourcennutzung konzentriert. Im Rahmen des Projekts werden verschiedene Maßnahmen entwickelt, um dies zu erreichen. Dazu gehören Effizienzmaßnahmen, die darauf abzielen, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen, sowie Konsistenzmaßnahmen, die sicherstellen sollen, dass die Betriebsabläufe nachhaltig sind. Darüber hinaus werden Suffizienzmaßnahmen ergriffen, um den Gesamtverbrauch von Ressourcen zu reduzieren.

In einem nächsten Schritt sollen konkrete Maßnahmen aus dem Projekt in die Tat umgesetzt werden. Dies geschieht in Form eines Praxisprojekts, an dem auch Studierende beteiligt sind. Das Ziel dieses Praxisprojekts ist es, erste sichtbare Veränderungen auf dem Campus zu bewirken.

Hierzu wurden bereits konkrete Maßnahmen identifiziert. Beispielsweise sind das

  • Begrünung des Campus: Baumpflanzungsinitiative für ökologische Nachhaltigkeit
  • Visualisierung des Kohlenstoff-Fußabdrucks: CO2-Ticker-Installation für das Campus-Bewusstsein          
  • PV-Parkplatz-Machbarkeitsstudie
  • Digitalisierung für nachhaltige Effizienz: Verringerung des Materialverbrauchs durch Digitalisierung
  • Evaluierung des Energieeinsparpotenzials durch Smart-Meter-Analyse in Hochschulgebäuden   
  • Vorausschauende Modellierung des Energiebedarfs von Elektrofahrzeugen und Integration in die Universitätsinfrastruktur
  • Verbesserung der Arbeitsplatzqualität durch grüne vertikale Trennwände

Abschließend wird ein Best-Practice-Leitfaden "Klimagerechter Campus" entwickelt und veröffentlicht. Dieser Leitfaden dokumentiert die Methoden und Ergebnisse der durchgeführten Maßnahmen. Zusätzlich plant die Hochschule Nordhausen, die Übertragbarkeit dieser Maßnahmen zu prüfen und Leitbilder für nachhaltiges Handeln abzuleiten. Dabei sollen die gewonnenen Erfahrungen genutzt werden, um neue Beratungsprojekte zu entwickeln und als Vorbild für andere Einrichtungen zu dienen, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Hochschulbereichs.

Um die Ergebnisse des Projekts erfolgreich in die Gesellschaft zu übertragen, hat sich an der Hochschule Nordhausen eine Task Group formiert. Angeführt von Dr.-Ing. Pascal Leibbrandt, der das Projekt leitet, sowie Prof. Dr.-Ing. Viktor Wesselak, Inhaber der Professur für Regenerative Energiesysteme, und Gokarna Dhungel, M.Eng. vom Institut für Regenerative Energietechnik. Diese Experten werden unterstützt von Daniel Rübesamen, M.Eng., der das Sachgebiet Bau, Liegenschaften und Sicherheit repräsentiert. Zusätzlich unterstützen Thomas Füldner  und Sara Schulz aus dem Transferwerk[1] der Hochschule Nordhausen mit ihrer Expertise im Bereich Transfer. Die Aufgabe der Task Force besteht darin, die Schnittstelle zwischen Hochschulverwaltung, Forschung und Transferaktivitäten zu stärken und die erarbeiteten Lösungen effektiv in die Gesellschaft zu tragen.

 

[1]https://www.hs-nordhausen.de/forschung/transferwerk/