Hochschule Nordhausen diskutiert Rolle von Hochschulen im politischen Diskurs

Die Hochschule Nordhausen veranstaltete eine angeregte Podiumsdiskussion zum Thema „Einmischen erwünscht? Hochschulen und das Neutralitätsgebot“. Die Veranstaltung fand am 13. Juni sowohl vor Ort im Hörsaal als auch online statt und bot eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Diskussion zur Rolle der Hochschulen im politischen Diskurs an der Hochschule Nordhausen (Fotos: Maurice Töpfer)

Prof. Dr. Cordula Borbe eröffnete die Veranstaltung mit einer herzlichen Begrüßung und verwies auf die Relevanz des dialektischen Dialogs gegenwärtiger Diskussionsthemen. Prof. Dr. Viola Sporleder-Geb führte mit dem Fresko der Allegorie der guten Regierung von Ambrogio Lorenzetti aus dem Jahre 1338 in die Thematik ein und zeigte am Ende anhand von Beispielen aus der Rechtsprechung die rechtliche Komplexität im Zusammenhang mit staatlicher Neutralitätspflicht und Sachlichkeitsgebot auf. Thomas Müller übernahm die Moderation.

Die Diskussionsrunde war vielfältig besetzt:

  • Andreas Froese, Leiter der Gedenkstätte Mittelbau-Dora
  • Dr. Andreas Jantowski, Direktor des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien, sowie Beauftragter der Landesregierung für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus im Schulbereich
  • Dr. Christoph Haker-Liedke, Soziologe an der Uni Paderborn, Experte für Rechtspopulismus und Rechtsextremismus an Hochschulen
  • Stefan Heerdegen von MOBIT
  • Prof. Dr. Jörg Wagner, Präsident der Hochschule Nordhausen

In der Diskussion wurden verschiedene Standpunkte zur Rolle der Hochschulen im politischen Diskurs beleuchtet. Die Teilnehmenden erörterten die Balance zwischen dem Anspruch auf Neutralität und der Notwendigkeit, sich in gesellschaftliche Debatten einzumischen. Die Hochschule Nordhausen sieht es als ihre Pflicht an, für demokratische Grundprinzipien einzustehen, kritisches Denken zu fördern und eine Plattform für Meinungsvielfalt zu bieten. Gemeinsam mit Studierenden soll ausgelotet werden, welche Formate dafür geeignet sind.

„Dialogbereitschaft und das Eintreten für Freiheit, Weltoffenheit sowie den Erhalt demokratischer Strukturen sind für uns als Hochschule Nordhausen unerlässlich“, betonte Prof. Dr. Jörg Wagner in seinem Beitrag. „Wir müssen uns den Herausforderungen unserer Zeit stellen und aktiv zu einer aufgeklärten und kritischen Gesellschaft beitragen.“

Die Veranstaltung wurde von zahlreichen Interessierten verfolgt, sowohl vor Ort als auch online, und mündete in eine lebhafte Diskussion, die verdeutlichte, wie wichtig der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, Hochschulleitung und Studierenden ist.

Die Hochschule Nordhausen plant, diese Art von Veranstaltungen fortzusetzen und weitere Diskussionsrunden im kommenden Wintersemester anzubieten. Ziel ist es, den Dialog zwischen Hochschulleitung, Studierenden, Politik und Bürgerschaft weiter zu fördern.