20 Jahre Studiengang Regenerative Energietechnik: Ein Rückblick und ein Ausblick

Im Jahr 2003 wurde der Studiengang Regenerative Energietechnik (RET) an der Hochschule Nordhausen ins Leben gerufen. Rund 20 Jahre nach Gründung ziehen wir Zwischenbilanz, reflektieren die Entwicklung und die Erfolge und feiern mit unseren Alumni.

20-jähriges Jubiläum des Studiengangs Regenerative Energietechnik an der Hochschule Nordhausen (Fotos: Sara Schulz)

Das Institut für Regenerative Energietechnik (in.RET) der Hochschule Nordhausen feierte das 20-jährige Jubiläum des Studiengangs Regenerative Energietechnik. Die zweitägige Jubiläumsveranstaltung war durch rund 80 Alumni des Studiengangs und vielen Mitarbeitenden der Hochschule Nordhausen gut besucht. Sie begann mit einem Get Together im Audimax, gefolgt von einem Abendessen in der Mensa und einer Party im Studierendenclub Karzer.

Der zweite Veranstaltungstag widmete sich inhaltlich der Nachbetrachtung von 20 Jahren RET. Unter dem Titel „Was war – Was ist – Was wird sein!“ hielten Prof. Schabbach, Dr. Leibbrandt und Prof. Wesselak Vorträge zur Entwicklung der erneuerbaren Energietechnik und reflektierten die Entwicklung des Studiengangs im Verlauf der letzten 20 Jahre. Anschließend fanden Thementische und Worldcafés statt, bei denen retrospektiv persönliche Erfahrungen ausgetauscht, aktuelle Studienangebote diskutiert und zukünftige Trends identifiziert wurden.

Ein weiteres Highlight war die Vorstellung der Ergebnisse der Worldcafés sowie die Pitches von erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen, darunter Dr. Maria Nuschke mit ihrem Beitrag „40 GW Wind in die Nordsee!“, Tobias Raddau mit „Wärmeversorgung der Zukunft!“ und Mira Kowalski, die zum Thema „Equator Solar“ online und live aus Uganda vortrug. Die Veranstaltung bot zudem ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, wie das traditionelle Eisbaden oder Laborführungen, und endete mit einem gemeinsamen Grillen vor dem Institutsgebäude. Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs sind inzwischen in einer Vielzahl von unterschiedlichen Arbeitsbereichen anzutreffen: Sie arbeiten in Beratungsunternehmen, sind selbstständig tätig, arbeiten in Ministerien, universitärer und außeruniversitärer Forschung, Industrieunternehmen, NGOs und vielen anderen Bereichen. In den vergangenen Jahren wurden neue Arbeitsplätze im Bereich Erneuerbarer Energien geschaffen. Heute arbeiten bereits rund 350.000 Beschäftigte an der Energiewende, darunter fast 1100 aus Nordhausen

Während des Studiums Regenerative Energietechnik lernen die Studierenden, regenerative Energieanlagen zu entwickeln, zu planen und zu betreiben. Dabei stehen die Grundelemente regenerativer Energiesysteme, zum Beispiel solarthermischer, photovoltaischer und windenergetischer Anlagen sowie die Nutzung der Bioenergie im Mittelpunkt der Ausbildung. Daneben behandelt das Studium die Einbindung regenerativer Energieanlagen in vorhandene Strom- und Wärmenetze sowie Fragen der Energiewirtschaft und des Energierechts.

Das gut gepflegtes Netzwerk aus regionalen und überregionalen Industriekontakten sowie die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bieten den Studierenden nach dem Studienabschluss einen guten Einstieg in den Arbeitsmarkt. Da das Studium über die regenerative Energie hinaus auch die klassische Energietechnik und verwandte Themenfelder behandelt, können Studierende in den Einsatzbereichen Projektmanagement und Planung, Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Marketing, Erstellung von Beratung und Gutachten sowie Betrieb und Wartung von Energieanlagen aktiv werden.

Das in.RET betreibt grundlagen- und anwendungsorientierte Energieforschung auf dem Gebiet der Regenerativen Energietechnik. Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt wird neben der Weiterentwicklung und Optimierung von Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien in der Systemintegration dieser Energien liegen, d.h in der Frage, wie erneuerbare Energien sinnvoll miteinander kombiniert und in die bestehenden Versorgungsstrukturen im Wärme- und Strommarkt integriert werden können. Hierbei sind zahlreiche interdisziplinäre Fragestellungen aus den Bereichen der Energietechnik, der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und der Ökonomie zu bearbeiten. Die Betrachtung der Forschung hat sich von einzelnen Modulen hin zu ganzen Energiesystemen entwickelt.