Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt Forschungsprojekt an der FHN

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte einem Forschungsprojekt an der Fachhochschule Nordhausen eine umfangreiche Förderung. Gefördert wird die Forschung zu einem Kombinationsleiter, der sowohl optische wie elektrische Signale überträgt. Für die FHN bedeutet dies eine große Anerkennung ihrer Grundlagenforschung, denn die DFG, als Deutschlands größte Einrichtung zur Forschungsförderung, vergab bislang weniger als ein Prozent ihrer Förderungen an Fachhochschulen.

Angesiedelt ist das Projekt im AUGUST-KRAMER-INSTITUT, der noch jungen ingenieurwissenschaftlichen Forschungseinrichtung der Nordhäuser Hochschule. Institutsdirektor Prof. Dr.-Ing. Matthias Viehmann kann als Projektleiter das ehrgeizige Vorhaben nun in den folgenden zwei Jahren realisieren.

Im Detail besteht der Kombinationsleiter aus einem elektrischen Leiter, welcher mit einem optisch transparenten Mantel umgeben ist. Am Ende mit einem Lichtempfänger ausgestattet, können mit Hilfe dieses Kombinationsleiters Störlichtbögen in elektrischen Netzen erkannt und die betroffenen Systeme vor schweren Folgeschäden geschützt werden. Nutzt man zusätzlich einen Lichtsender am Kombinationsleiter, ergibt sich die Möglichkeit, über den optisch transparenten Mantel Lichtsignale zu übertragen. Perspektivisch erschließen sich für den Kombinationsleiter Anwendungen beispielsweise in Bordnetzsystemen der Straßen- und Schienenfahrzeugtechnik, im Flugzeug- und Schiffsbau, in der Robotertechnik, in Brennstoffzellensystemen oder in Kommunikationssystemen. Für den Kombinationsleiter wurde der Fachhochschule in Deutschland bereits ein Patent erteilt, internationale Patentanmeldungen wurden vorgenommen. Professor Viehmann wird im AUGUST-KRAMER-INSTITUT der Hochschule mit Unterstützung durch die Dipl.-Chemikerin Frau Christina Kloß die werkstofftechnischen und fertigungstechnologischen Grundlagen für den Kombinationsleiter erforschen, wobei Kooperationen mit Partnern aus der Wissenschaft und der Industrie genutzt werden.

Der Start des Projektes reiht sich ein in zahlreiche Aktivitäten, welche im noch jungen AUGUST-KRAMER-INSTITUT der FH Nordhausen durchgeführt werden. In dem erst halbjährigen Bestehen des Instituts kann sich die Bilanz der vorbereiteten und bereits angelaufenen bzw. durchgeführten Forschungsvorhaben und Projekte sehen lassen. Die umfangreiche Liste der Forschungs- und Industrieprojekte sowie der Maßnahmen in Lehre und Existenzgründung stimmt Prof. Viehmann als Institutsdirektor und alle mitwirkenden Angehörigen der Hochschule optimistisch, dass sich das Institut zu einer anerkannten wissenschaftlichen Einrichtung in der Nordthüringer Region und darüber hinaus entwickeln wird.

Nr. 071/2006