Baustofftag an der FH Nordhausen

Nordhausen (FHPN) Am Montag, 15. November 2004, beginnt um 09:30 Uhr im Hörsaal 1 der FH Nordhausen der erste "Baustofftag Nordhausen". Er ist ein Projekt des "Kooperationsverbundes Baustoffe" und soll Plattform für den Wissens- und Ideenaustausch der Branche mit Partnern, Kunden und Behörden werden. Die Themenschwerpunkte sind u. a. Rahmenbedingungen für die Baustoffbranche, Produkt- und Technologieentwicklungen und Leistungs- bzw. Kooperationsangebote. Der "Baustofftag Nordhausen" soll zukünftig jährlich stattfinden und die Kooperation, Kommunikation und Vernetzung in der Region stärken.

Die Gewinnung und Verarbeitung von Baurohstoffen als traditionelle Industriebranche ist einem rasanten Wandlungsprozess unterworfen. Die Zielstellung der besseren Nutzung der Rohstoffressourcen und der schonende Verbrauch der nicht nachwachsenden und nicht vermehrbaren Ressourcen sind deren Antriebsfedern.

Der "Kooperationsverbund Baustoffe" bildete sich aus der Erkenntnis, dass eine innovative Entwicklung und deren erfolgreiche Umsetzung am Markt nur mit regionalen und interregionalen Allianzen möglich ist. Die Wirtschaftskraft und Erhöhung der Wertschöpfung des Einzelunternehmens und des Kooperationsverbundes kann nur durch Kommunikation und Kooperation in Einzelprojekten gestärkt werden.

Im Wirkungsraum des Kooperationsverbundes sind alle wichtigen Baurohstoffe wie Hartgesteine, Kies, Sand, Ton, Gips, Anhydrit, Kalkstein usw. vorhanden und erschlossen.

Vorrangiges Ziel ist, Baustoffe möglichst umweltschonend zu produzieren und ihre Eigenschaften in Bezug auf Wärmedämmung und sonstiges Umweltverhalten zu verbessern. Dazu sind neuartige Verfahren notwendig, die von Rohstoffkombinationen über die Modifikation von Basisrohstoffen bis zur Entwicklung geophysikalischer und gewinnungstechnischer Verfahren zur Optimierung verlustarmer und selektiver Abbauprozesse reichen. In diesem Innovationsfeld kann es um die unterschiedlichsten Materialsubstitutionen durch regionale Baurohstoffe, den verstärkten Einsatz nachwachsender Rohstoffe oder die Nutzung von Sekundärrohstoffen gehen.

Zunächst steht eine Analyse der vorhanden Potenziale auf der Agenda: Rohstoffe, Baustoffe, Qualitätssituation, Unternehmen, Marktraum, Forschungskapazitäten, Kooperationsmöglichkeiten. Dazu muss das Leistungspotenzial in der Region präzise identifiziert und aktuell bewertet sowie mit Potenzialen anderer Regionen verglichen werden. Danach müssen mögliche Entwicklungspotenziale, basierend auf dem neuesten Stand der Technik und den prognostizierten Entwicklungs-richtungen abgeleitet werden.

Aus dieser analytischen Arbeit können erweiterte Kooperationschancen regionaler Unternehmen mit Unternehmen anderer Regionen und mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen abgeleitet und initiiert werden, die einen Innovationsschub ermöglichen. Das Ergebnis soll ein überregionales Netzwerk mit dem Kern in Nordthüringen und dem östlich angrenzenden Sachsen-Anhalt sein. Die beteiligten Unternehmen und weitere Netzwerkakteure können so innovative Produkte und Methoden der ressourcenschonenden Gewinnung frühzeitig testen und die schnelle Anwendungsreife garantieren.

Pressemitteilung 77/2004