Bioenergie hat Potenzial

Auf dem gestrigen 1. Nordhäuser Energieforum diskutierten zahlreiche Experten über die Zukunft der Bioenergie.

Prof. Dr.-Ing. Joachim Fischer bescheinigte der Bioenergie Potenzial

Mit Beteiligung von 150 interessierten Nordthüringern fand gestern das erste Nordhäuser Energieforum statt. Die neue Veranstaltungsreihe von Fachhochschule, Stadt und Landkreis Nordhausen sowie der Verbraucherzentrale Thüringen hat sich zur Aufgabe gemacht, die vielfältigen Entwicklungen auf dem Energiesektor einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die gestrige Auftaktveranstaltung widmete sich der aktuellen Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Biokraftstoffen. „Teller oder Tank - Quo vadis Bioenergie?“ lautete der entsprechende Vortrag des neuen Professors im Studiengang Regenerative Energietechnik an der FHN, Prof. Dr.-Ing. Joachim Fischer. Der Referent widersprach der Behauptung, die bisherige Biokraftstofferzeugung führe zu Hungersnöten in der Dritten Welt. Hierfür sei der Anteil der landwirtschaftlichen Fläche, die bislang zur Biokraftstoffherstellung genutzt würde zu gering. Allerdings sollten weitere Produktionssteigerungen auch mit einer Ausweitung der bisher für die Landwirtschaft genutzten Fläche einhergehen. Dies sei auch unter Einhaltung des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit machbar, da weltweit riesige Nutzflächen bislang brach lägen. Deutschland indes würde auch auf diesem Gebiet ein Importland bleiben, da es allein nicht über genügend Brachflächen verfüge. Dennoch konstatierte der Referent, dass die Bioenergie auch in Deutschland noch ein enormes Wachstumspotenzial habe. In der anschließenden Podiumsdiskussion beleuchteten Vertreter von Umweltschutzverbänden, der Fachministerien, der Energieversorger und der Verbraucherzentrale das Thema von ihrem Standpunkt aus bewusst kontrovers. Einig waren sich die Protagonisten dabei, dass die Bioenergie aus Gründen der Versorgungssicherheit und des Klimaschutzes nicht mehr wegzudenken sei. Allein über den Umfang herrschte Uneinigkeit.

Nr. 064/2008