PM 27/05: Weiterbildung aktuell und zukunftsorientiert

Nordhausen (FHPN) Im Oktober 2004 startete die erste Fortbildungsmaßnahme des Akademischen Zentrums für Weiterbildung, Nordhausen e.V. Insgesamt 26 Mitarbeiter verschiedener Städte und Landkreise Thüringens werden seitdem intensiv bis Ende Mai 2005 geschult und erwerben den Abschluss eines/r "Betriebswirt(in) Verwaltungsmanagement/Public Management". Der Kurs, der mit Prüfungen, die für Juni angesetzt sind, nun in die Endphase geht, wird von den Beteiligten, Lehrenden wie Studierenden, bereits jetzt als Erfolg gewertet.

Foto: Prof. Dr. Jörg Arnsmeyer, Vorsitzender des Vereins "Akademisches Zentrum für Weiterbildung Nordhausen e. V."

Entstanden ist der Verein "Akademisches Zentrum für Weiterbildung Nordhausen e.V." auf Initiative der Professoren der Studiengänge Betriebswirtschaft und Public Management. Ihr Anliegen ist es, das wissenschaftliche Potenzial der Hochschule für Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Region nutzbar zu machen. Indirekt dazu aufgefordert hat sie auch das aktuelle Thüringer Hochschulgesetz, das dies geradezu einfordert. Das Zentrum ist deshalb als Dach gedacht, das zukünftig auch weiterbildende Kurse in anderen Bereichen ermöglichen soll.

Das Weiterbildungsangebot traf bei den Verantwortlichen, insbesondere aber bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Kommunen und Städten der Region, auf reges Interesse, und so war der erste Kurs schnell ausgebucht; denn gerade der Bezug zur öffentlichen Betriebswirtschaft wird von vielen als Vorteil angesehen, der die Bedürfnisse der Mitarbeiter aufnimmt.

Den Teilnehmern wird dabei einiges abverlangt. Seit Beginn des Kurses stehen ganztägig jeden Freitag und Samstag folgende Themen auf dem Arbeitsplan:

- Grundlagen der öffentlichen Betriebswirtschaft,

- Öffentliches Rechnungswesen und Controlling,

- Führung und Organisation öffentlicher Einrichtungen,

- Spezielle Aspekte des öffentlichen Sektors.

Ein Angebot, das darauf abzielt, den Mitarbeitern das methodische betriebswirtschaftliche Grundwissen mitzugeben, um den neuen betriebswirtschaftlichen Anforderungen an eine öffentliche Verwaltung gerecht zu werden.

Ein Ziel was erreicht wird. So urteilt Markus Rippel, Mitarbeiter des Wartburg-Kreises: "Hier erhalten wir das methodische Rüstzeug, um gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen den Aufgaben gerecht zu werden, indem Prozesse effektiver gestaltet werden." Lernen für die Zukunft ist das zentrale Stichwort. Das heißt aber nicht, dass viele Anregungen aus dem Unterricht trotzdem direkt umgesetzt werden können. So kann zum Beispiel die theoretische Frage der Eröffnungsbilanz einer Kommune bei der Umstellung auf die Doppik ganz konkret am Beispiel Nordhausen durchgespielt und ein aktueller Praxisbezug hergestellt werden - ein Vorteil der regionalen Nähe.

Den Teilnehmern wird aufgrund der gedrängten Stoffvermittlung innerhalb eines Jahres und der notwendigen Nach- und Vorbereitung viel abverlangt, und z. T. beteiligen sie sich ganz oder teilweise auch an den Kosten der Weiterbildung. Die Motivation ist damit hoch, aber das persönliche wie finanzielle Engagement hat bis jetzt noch keiner bereut.

"Die Bewältigung des Stoffes und gerade auch die Nach- und Vorbereitung kosten viel Zeit, aber, da man jede Woche neue Anregungen für die Bewältigung der eigenen Arbeit bei der Projektsteuerung mitnehmen kann, nimmt man dies gern auf sich", urteilt Sören Hauskeller vom Landsratsamt Kyffhäuser.

Das Ziel haben alle Teilnehmer fest vor Augen: das Zertifikat, das aufgrund einer Kooperationsvereinbarung von der FH Nordhausen ausgegeben wird. Ein Zertifikat, was auch von den Arbeitgebern anerkannt wird, denn der Kurs ist im Wesentlichen das Kondensat aus dem Stoff des Studiengangs Öffentliche Betriebswirtschaft, der erst jüngst positiv evaluiert und akkreditiert worden ist. Gerade deshalb hat sich z. B. auch Nicole Trappe vom Landesamt für Arbeitsschutz aus Nordhausen für diesen Kurs entschieden, der für sie mehr ist als nur Handlungsanweisung, sondern auch Horizonterweiterung für künftige Aufgaben ist, deren Umfang derzeit noch nicht abzusehen sind.

Doch nicht nur für die Mitarbeiter bietet dieser Kurs viele Vorteile. Insbesondere die beteiligten Kommunen erhalten so die Chance, ihren Mitarbeitern eine qualitativ hochwertige Schulung ortsnah und praxisbezogen anzubieten. Da zudem auch die Kosten für die Schulung mit unter 2000 Euro pro Teilnehmer die anderer Anbieter auf diesem Markt unterbietet, ist das Angebot als überaus konkurrenzfähig zu betrachten.

Für Steffen Meyer von der Stadt Nordhausen hat sich diese Investition schon mehr als bezahlt gemacht: "Bereits jetzt kann ich für die tägliche Projektsteuerung vieles aus diesem Kurs mitnehmen, was ansonsten so nicht möglich wäre."

Alle Teilnehmer hoffen, dass diese gute Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Region seine Fortsetzung erfährt, und der Wunsch von vielen ist, dass nicht nur dieser Kurs weitergeführt wird, sondern auch für Teilnehmer in regelmäßigen Abständen kleinere "Updates" ermöglicht werden, um das Wissen aktuell zu halten.

Die Fachhochschule Nordhausen ist mit diesem sehr gut angenommenen Angebot ihrer Aufgabe einen Schritt näher gekommen, neben den grundständigen Studienangeboten auch als Anbieter im Bereich der Weiterbildung aufzutreten. Ein Bereich, der aufgrund der sich rasch wandelnden Kenntnisse und Anforderungen in fast allen Berufen und dem Prinzip des lebenslangen Lernens sicherlich zukünftig stark wachsen wird.

Bereits jetzt steht fest, dass der Kurs eine Fortsetzung haben wird. Im September 2005 beginnt ein neuer Kurs und auch dieser wird bereits jetzt rege nachgefragt.

Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Akademisches Zentrum für Weiterbildung e.V.

Doris Rieger

Weinberghof 4

99734 Nordhausen

Telefon: 03631 420-501

Fax: 03631 420-828

E-Mail: rieger@fh-nordhausen.de