Forschungsprojekte

Hier finden Sie eine Übersicht über aktuelle und abgeschlossene Forschungsprojekte des ISRV.

  • Das Institut betreibt in einem interdisziplinären Team grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung auf den Gebieten der Sozialmedizin, Rehabilitationswissenschaften und -forschung, sowie der Versorgungsforschung.
  • Schwerpunkte sind das Aufgabenfeld der rehabilitativen, therapeutischen Sozialen Arbeit, der Heilpädagogik, Transdisziplinären Frühförderung und Systemischen Beratung und Therapie.
  • Die Mitglieder des Institutes forschen in enger Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern, u.a. mit der Deutschen Rentenversicherung, nationalen und internationalen Hochschulen sowie weiteren Gesellschaften und Forschungseinrichtungen.

Laufende Forschungsprojekte

Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer – Angebote der Beratung und Versorgung – Vulnerable Gruppen (ELSA-VG)

Projektleitung: Profin. Drin. Petra J. Brzank

Projektmitarbeiter*innen: M.A. Hanna-Sophie Ulrich, M.A. Jelena Seeberg, Nele Schneider, Marie Laué

Drittmittelgeber*innen: Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Laufzeit: 11/2020 – 10/2023

Das Verbundprojekt ELSA

Das Forschungsvorhaben „Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer – Angebote der Beratung und Versorgung (ELSA)“ will Erkenntnisse zu maßgeblichen Einflussfaktoren auf das Erleben und Verarbeiten ungewollter Schwangerschaften in Deutschland sammeln sowie zu den Bedarfen der Frauen* und zur medizinischen und psychosozialen Versorgungssituation.

Um die Versorgung von Frauen* mit ungewollten ausgetragenen oder abgebrochenen Schwangerschaften weiterentwickeln und Unterstützungsbedarfe auffangen zu können, braucht es Wissen um Belastungserfahrungen sowie Bewältigungsstrategien und Folgen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch die subjektive und strukturelle Bedeutung des Gesundheits- und psychosozialen Beratungssystems.

Bestehende Forschungslücken sollen geschlossen und soziale und gesundheitliche Belastungen und Ressourcen vor, während und nach ungewollten Schwangerschaften im Zeitverlauf untersucht werden.

Das multizentrische und interdisziplinäre Forschungsprojekt ELSA wird vom Bundesministerium für Gesundheit finanziert. In sechs Studienzentren (Fulda, Freiburg, Berlin, Ulm, Merseburg, Nordhausen) wird im Zeitraum von November 2020 bis Ende Oktober 2023 mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen gearbeitet. Das Projekt wird zudem übergreifend von einem Beirat bestehend aus Expert*innen aus der Gesundheitsversorgung sowie aus den Fachgesellschaften und Beratungsverbänden begleitet.

Ziel ist es, auf Grundlage der wissenschaftlichen Daten, Schlussfolgerungen für die Verbesserung der gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung ungewollt schwangerer Frauen* zu ziehen, auf deren Basis sich das Unterstützungssystem bedarfsgerecht und effektiv weiterentwickeln lässt.

ELSA-VG an der Hochschule Nordhausen

ELSA-VG an der Hochschule Nordhausen untersucht die Perspektive von Frauen*, die aufgrund ihrer Lebenssituation mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sein können. Dabei konzentrieren wir uns insbesondere auf die Erfahrungen und Sichtweisen von Frauen* mit Migrations- und/ oder Fluchterfahrungen, illegalisierten [1] Frauen*, sowie Frauen*, die zum Zeitpunkt der ungewollten Schwangerschaft Gewalt [2] in ihrer Partnerschaft erfahren haben.

Wir möchten gemeinsam aus den Interviews mit den Frauen unserer Zielgruppen Bedarfe aus ihren Lebenssituationen ableiten und Einflussfaktoren identifizieren. Untersucht wird, mit welchen strukturellen und personellen Herausforderungen sowie Belastungen sie konfrontiert waren und welche Ressourcen ihnen zur Verfügung standen.

Auf Basis ihrer individuellen Erfahrungen sollen bestehende Angebote sowie eventuelle Zugangsbarrieren und Versorgungslücken im psychosozialen und medizinischen Unterstützungssystem erfasst werden.

Durch unseren wissenschaftlichen Beitrag wollen wir die Bundes- und Landespolitik sowie Institutionen und Einrichtungen dabei unterstützen, die Versorgung ungewollt schwangerer Frauen* nachhaltig zu verbessern.

Methoden

1. Standardisierte Querschnittsbefragung

Unser Projektteam führt unter der Leitung von Frau Profin. Drin. Petra J. Brzank eine Querschnittsbefragung gemeinsam mit der Hochschule Fulda (Profin. Drin. Daphne Hahn), dem Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen Freiburg (Profin. Drin. Cornelia Helfferich), der Hochschule Merseburg (Profin. Drin. Maika Böhm), der Freien Universität Berlin (Profin. Drin. Christine Knaevelsrud) sowie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm (Privatdozentin Drin. Silvia Krumm) durch.

Alle Forschungszentren bringen je nach eigenem Arbeitspaket eigene Fragen in den Fragebogen ein. Neben der bundesweiten repräsentativen Querschnittsbefragung, werden wir in einschlägigen geeigneten Einrichtungen und Institutionen Befragungen mit den Frauen durchführen, die in unserem Fokus stehen.

2. Vertiefende qualitative Interviews

Ziel ist es, nach der Beteiligung an der quantitativen Erhebung vertiefende qualitative Interviews mit den Frauen* unserer Zielgruppe zu führen, um ihre individuellen Erfahrungen bestmöglich und von ihnen formuliert erfassen zu können. In den Gesprächen wird den Interviewteilnehmerinnen die Möglichkeit gegeben, ihre Perspektive umfassend darzustellen.

Für Kolleg*innen und Institutionen

Sehr geehrte Kolleg*innen und Menschen, die in der Versorgung unserer Zielgruppen tätig sind.

Als Mitarbeitende in

  • medizinischen Einrichtungen, Kliniken und Praxen, die ungewollt schwangere Frauen* versorgen und betreuen
  • Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen nach §219 StGB und psychosozialen Beratungsstellen für ungewollt schwangere Frauen*
  • Organisationen, die sich für reproduktive Rechte von ungewollt schwangeren Frauen* einsetzen
  • Organisationen, die Empowerment sowie Selbstbestimmung von Frauen* fördern und Frauenverbände
  • Familienzentren und soziokulturellen Zentren für Frauen*
  • Frauenberatungsstellen
  • Frauenhäusern und Einrichtungen des gemeinsamen Wohnens für junge Familien
  • Gewaltpräventions, Interventions- und Beratungseinrichtungen zum Thema Stalking, häusliche und sexualisierte Gewalt 
  • Organisationen zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten an Frauen*, wie Opferhilfebüros, bzw. der Weiße Ring e.V
  • Migrations und psychosozialen Beratungsstellen für Geflüchtete und „illegalisierte“ Frauen*
  • zentralen Wohneinrichtungen für geflüchtete Menschen und Migrationszentren
  • Initiativen zur medizinischen Versorgung von illegalisierten Frauen*, wie Medinetz, Medibüro usw.
  • Geflüchteten und Migrant*innenorganisationen

…haben Sie einen sehr direkten Kontakt zu den Frauen*, denen wir im ELSA-Projekt eine Stimme geben wollen.

Wir bitten Sie um Unterstützung für unser Forschungsvorhaben, in dem Sie uns die Kontaktaufnahme zu potentiellen Interviewpartnerinnen ermöglichen. Es sind quantitative und qualitative Interviews zum Thema „Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt schwangerer Frauen*“ aus „vulnerablen Gruppen“ geplant. Für die Interviews suchen wir Frauen, die

  • in von Partnergewalt geprägten Beziehungen leben oder Partnergewalt erfahren haben
  • migriert und/oder geflüchtet sind
  • ohne einen gesicherten Aufenthaltsstatus in Deutschland, also illegalisiert leben.

Uns ist bewusst, dass die Beratungs- und Versorgungssituation dieser Frauen stark von äußeren Faktoren beeinflusst wird und durch Unterversorgung gekennzeichnet ist. Diesen ungewollt schwangeren Frauen* steht mitunter kein Zugang zu Beratung und Versorgung über die Regelversorgung zur Verfügung. Zudem ist die Versorgungslandschaft in Deutschland regional sehr unterschiedlich und ihre Zugangswege sind vielfältig sowie teils stark von den Ressourcen der unterstützungssuchenden Frauen* abhängig.

Unser Forschungsprojekt setzt hier an.

Uns ist es wichtig, die Erfahrungen und Lebenslagen der Frauen* direkt von ihnen zu erfahren, um Bedarfe vertieft zu beschreiben und damit zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Versorgungslagen insbesondere für diese Gruppen beizutragen.

Bei Interesse Ihrerseits an dem ELSA-Projekt freuen wir uns auf ein telefonisches Gespräch, um Ihre Erwartungen, Möglichkeiten und Anregungen zu besprechen.

Datum:       vorgesehen ist der Zeitraum bis…

Ort:              Wir führen die quantitativen und qualitativen Interviews in geeigneten und geschützten Räumen durch und richten uns nach den Wünschen der Interviewpartner*innen.

Dauer:        Die Interviews mit den Frauen* werden etwa  30 bis 60 Minuten dauern. Bei Bedarf wird eine Dolmetschung vorab organisiert.  Die Interviewpartner*innen erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Wir möchten Sie bitten unser Forschungsvorhaben zu unterstützen, indem Sie die Kontaktaufnahme ermöglichen. Sie können uns einen sensiblen Zugang zum Feld über den von Ihnen vermittelten Kontakt zu den Frauen* ermöglichen. Selbstverständlich werden alle Interviews anonym geführt und ausgewertet, sodass keine Rückschlüsse auf die Interviewpartner*in möglich sein werden.

Bitte zögern Sie nicht uns zu kontaktieren, falls Sie weitere Fragen haben.

Sollten Sie keine Möglichkeiten für die Kontaktaufnahme zu Interviewpartnerinnen haben, würden wir uns freuen, wenn Sie uns an potenziell interessierte Einrichtungen und Institutionen aus den genannten Feldern empfehlen.

Literatur

BMFSFJ (2020): Häusliche Gewalt. Frauen vor Gewalt schützen, online: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/frauen-vor-gewalt-schuetzen/haeusliche-gewalt/haeusliche-gewalt-80642

[1] Illegalisierte meint Menschen ohne Papiere (undocumented migrants, sans papiers, sin papeles etc.)

[2] In Deutschland hat etwa jede vierte Frau* schon mindestens einmal physische oder sexualisierte Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner erfahren (vgl. BMFSFJ 2020). Auch psychische Gewalt spielt eine zentrale Rolle, beispielsweise wenn der Partner durch soziale Isolation und wirtschaftliche Kontrolle Macht ausübt. Wenn Sie persönlich von Gewalt betroffen sind oder als Angehörige, Freundin etc. mit diesem Thema in Berührung gekommen sind finden Sie Unterstützung beim bundesweiten Hilfetelefon unter der Nummer 08000 116 016 oder über die Online Beratung unter www.hilfetelefon.de/no_cache/das-hilfetelefon/beratung/online-beratung.html

Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation bei psychischen Erkrankungen (MBOR-P)

Projektleiter: Prof. Dr. Markus Bassler

Projektmitarbeiterin: M.A. Nina Gabriel

Drittmittelgeber*innen: Deutsche Rentenversicherung Bund

Laufzeit: 10/2019 - 03/2023

Die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) wurde in den vergangenen Jahren entwickelt und optimiert, um Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen effektiv dabei zu unterstützen den Weg in den Berufsalltag und die -teilhabe gesund wiederzufinden oder neu zu gestalten. Die Evidenz bzgl. der Wirksamkeit im psychosomatischen Rehabilitationsbereich konnte bisher noch keine eindeutigen Belege verzeichnen, da die wenigen aktuellen Studien dazu nur einen sehr spezifischen Bereich untersucht haben.

Ziel unserer dreijährigen Studie liegt in der Weiterentwicklung des Ansatzes und einem eindeutigen Nachweis der Wirksamkeit und Erhebung der Implementierung im Bereich der psychosomatischen Rehabilitation.

Die randomisierte kontrollierte Studie findet mit einem Mixed-Methods-Ansatz statt. Die Verantwortung der quantitativen Befragung liegt bei unserem kooperierenden Partner, der Universität zu Lübeck. Unser Schwerpunkt liegt im qualitativen Forschungsbereich. Insgesamt werden im Rahmen von 15 Monaten 1500 Patient*innen aus fünf deutschen Rehabilitationseinrichtungen für schriftliche Befragungen rekrutiert. Mit Freiwilligen aus dem Pool dieser Rehabilitand*innen und weiteren Angehörigen der Einrichtungen führen wir Interviews durch.

Weitere Informationen sind auf unserer Projekthomepage zu finden.

Internationales Forschungsprojekt zu Paartherapie und Paarberatung - Relational Mind

Aufgrund der hohen Nachfrage sind derzeit leider keine Kapazitäten vorhanden.

Einladung zu Paargesprächen

Vielleicht haben Sie das Gefühl, dass Sie den Weg nicht zueinander finden? Möglicherweise fragen Sie sich, wie es mit Ihrer Partnerschaft weitergehen kann?

Das ISRV an der Hochschule Nordhausen beteiligt sich an einem internationalen Forschungsprojekt zum Thema

„Paarberatung und Paartherapie“.

Sie führen als Paar mit zwei kompetenten TherapeutInnen Gespräche. Diese hören Ihnen aufmerksam zu und stellen Ihnen Fragen, um gemeinsam konstruktive Ideen für Ihre Zukunft als Paar zu entwickeln.
An zwei dieser Sitzungen führen wir – bei Ihnen und den TherapeutInnen - einige physiologische Messungen durch (Herzfrequenz), die das Gespräch nicht beeinträchtigen.

Wenn Sie Interesse an einer Paarberatung oder -therapie haben, melden Sie sich unverbindlich bei uns!

Wir freuen uns über Ihre Mail, Ihren Anruf oder Ihren Besuch...

Nähere Informationen finden Sie auf den folgenden Seiten. Bei Fragen oder Anmerkungen würden wir uns freuen, wenn Sie sich bei uns melden.

Forschungsteam und Kontaktdaten:

Projektleiterin: Prof. Dr. Maria Borcsa
Projektmitarbeiterin: Julia Hille (M.A.) 

Link zum aktuellen Forschungsbericht:

DGSF-Forschungsbericht Relational Mind / Mai 2019

Unsere Arbeitsweise bei den Paargesprächen:

In Paargesprächen mit einem Beratungsteam, gilt es zunächst einen Verständigungsprozess anzustoßen, in dem die Partner ihre verschiedenen Bedürfnisse, Ängste und Befürchtungen zum Ausdruck bringen und gemeinsam klären können.

Wir heben gemeinsam mit Ihnen Ihren Erfahrungsschatz als Paar, schauen, was Sie gemeinsam bereits bewältigt haben und bauen innerhalb der Gespräche hierauf auf.

Wir bieten Ihnen innerhalb einer vertrauensvollen Atmosphäre ein breites Fachwissen und unterstützen Sie bei der Überwindung Ihrer Schwierigkeiten und der Suche nach Lösungen.

Was hat das nun mit Forschung zu tun?

Das Besondere an den Paargesprächen

Zu Beginn jeder Sitzung werden Sie gebeten, eine kurze Selbsteinschätzung über Ihr Befinden zu geben. Am Ende jeder Therapiesitzung werden Beratende und BeraterInnen um eine persönliche Beurteilung der Qualität des Gesprächs gebeten. Alle Therapiesitzungen werden – wie auch an vielen Beratungsstellen üblich - auf Video aufgezeichnet. Weiterhin werden die Beratendenund die TherapeutInnen in einigen Sitzungen (ca. zweite und fünfte) Geräte zur Messung der Reaktionen des vegetativen Nervensystems tragen (Herzschlag). Die Messungen verursachen keine Schmerzen und sind ungefährlich. Nach diesen Sitzungen zur Messung werden alleTeilnehmenden einzeln zu einem Interview gebeten.

Ziele dieser Forschung

Wir beforschen, welche Rolle das vegetative Nervensystem bei bedeutsamen Momenten innerhalb eines Therapiegesprächs spielt. Dabei werden alle Teilnehmenden (Paare und TherapeutInnen) untersucht. Wir analysieren, wie sich das Paar und TherapeutInnen im Gespräch aufeinander einstimmen und wie diese Abstimmung an den Reaktionen des vegetativen Nervensystems sichtbar wird.

Anonymität ist gesichert!

Die Teilnahme an dem Forschungsprojekt ist absolut freiwillig. Sie haben in jeder Phase des Projekts das uneingeschränkte Recht, die Untersuchung abzulehnen oder ihre Teilnahme zu begrenzen. Alle Untersuchungsvereinbarungen und –berichte sind vertraulich. Nur die Teilnehmenden selbst sowie die Mitglieder des Forschungsteams erhalten Zugang zu den persönlichen Daten. In Berichten und Veröffentlichungen werden alle Ergebnisse so dargestellt, dass eine Identifizierung der einzelnen Teilnehmenden nicht möglich ist. Während der Studie haben Sie jederzeit das Recht, weiterführende Informationen über die Studie zu erhalten. Diese Forschung wird von der Ethikkommission der Friedrich-Schiller-Universität gutachterlich begleitet.

Entwicklung und psychosometrische Prüfung eines Instruments zur Messung sozialer Partizipation bei Jugendlichen

Projektleitung: Prof. Dr. Britta Gebhard, Dr. Astrid Fink (MLU Halle-Wittenberg)

Drittmittelgeber*innen: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Laufzeit: 10/2019 - 09/2021

Ziel dieses Projektes ist es ein Partizipationsmessinstrument für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren zu entwickeln, zu testen, zu pilotieren und eine psychometrische Prüfung zu beginnen.

Im Rahmen einer sequenziellen Mixed-Methods-Studie werden Jugendliche mit und ohne körperliche Beeinträchtigungen mittels semi-strukturierter Interviews zu ihren Erfahrungen und ihrer Zufriedenheit mit sozialer Teilhabe sowie der individuellen Bedeutung von Selbstbestimmung befragt. Die Perspektive der Jugendlichen wird ergänzt durch Fokusgruppen, einerseits mit Experten aus der sozialpädiatrischen Versorgung und andererseits mit Eltern. Durch diese unterschiedlichen Perspektiven entsteht ein größtmöglicher Erkenntnisgewinn zur Entwicklung des Instruments, bei dem auch die aktuelle internationale Befundlage integriert wird. Aufbauend auf den Ergebnis-sen des ersten Schrittes wird dann ein Messinstrument zielgruppennah entwickelt, inhaltlich von der Zielgruppe der Jugendlichen sowie den anwendenden Fachexperten evaluiert, dem folgend in einer Pilotstudie in exemplarischen sozialpädiatrischen Zentren und Rehabilitationskliniken implementiert und psychometrisch geprüft.

Mit dieser Studie werden aussagekräftige Erkenntnisse über soziale Partizipation bei Jugendlichen bereitgestellt, die es ermöglichen, das theoretische Konstrukt sozialer Partizipation und seine Bedeutung für das Leben der Jugendlichen sowie der Förderzielplanung in rehabilitativen Prozessen zu beschreiben und die vom Gesetzgeber vorgesehene Kernzielgröße der Partizipation in einzelnen Maßnahmen zu evaluieren. Das entwickelte Instrument kann in der Wissenschaft eingesetzt werden, um benachteiligte Gruppen zu identifizieren und mit zielgerichteten Interventionen die Nachteile, die die Entwicklung beeinträchtigen könnten, auszugleichen. In der Praxis kann das Instrument eingesetzt werden, um die Ziele der Rehabilitation gemeinsam mit dem Jugendlichen und der von ihm zugemessenen Bedeutsamkeit zu ermitteln und die Zielerreichung zu evaluieren.

Beschwerdevalidierung in der psychosomatischen Rehabiliation

Projektleitung: Prof. Dr. med. Markus Bassler

Drittmittelgeber*innen: DRV Braunschweig-Hannover

Laufzeit: 04/2018 - 09/2019

Bei der sozialmedizinischen Beschwerdevalidierung spielen die Aggravation bzw. im geringeren Maße auch die Simulation eine bedeutende Rolle, da nach vorliegenden Schätzungen ein erheblicher Teil der patientenseitigen Beschreibungen von Symptomen als nicht valide beurteilt werden muss (Kobelt et.al.2012). Für die gutachterliche Beschwerdevalidierung liegen für psychosomatische Beschwerdebilder anerkannte Leitfäden vor (Schmitt 2012). Jedoch fehlen bislang operationalisierte validierte Vorgehensweisen, die bei Verdacht auf invalide Symptomschilderung im Rahmen einer mehrstufigen Diagnostik sowohl die klinische Beurteilung als auch testpsychologische Assessments zweckmäßig miteinander verbinden.

In dem Forschungsprojekt soll eine mehrstufige klinische sowie testpsychologische Diagnostik entwickelt werden, die bereits auf der ersten Stufe eines ausschließlich psychometrischen Screeningverfahrens Fälle von invalider Beschwerdeschilderung mit möglichst hoher Sensitivität und Spezifität zu detektieren vermag. In Ergänzung zu dem Screeningverfahren soll über eine erweiterte klinische sowie testpsychologische Diagnostik eine möglichst hohe Trefferquote von richtig positiven Fällen erreicht werden, um dadurch eine optimierte Spezifität der sozialmedizinischen Diagnostik zu gewährleisten.

Resilienz durch BürgerInnenbeteiligung im ländlichen Raum am Beispiel des Donnersbergkreises (Rheinland-Pfalz)

Projektleitung: Prof. Dr. Cordula Borbe, Prof. Dr. Markus Steffens

Drittmittelgeber*innen: Pfalzklinikum, AOK Rheinland-Pfalz

Laufzeit: 10/2018 - 09/2019

Mit dem vorliegenden Projekt ist geplant, die Resilienz in einer ausgewählten Kommune (Donnersbergkreis) zu stärken und die Gesundheitskompetenz in diesem ländlichen Raum unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu fördern. Diese sollen eingeladen werden, in öffentlichen Foren darüber nachzudenken, welche resilienten und gesundheitsförderliche Strukturen in der Region auszumachen sind.

Schwerpunkt des Projekts sind die folgenden Forschungsfragen:

  1. Was kennzeichnet existierende Konzepte zur Stärkung der Resilienz und Förderung der Gesundheitskompetenz im ländlichen Raum insbesondere im Hinblick auf Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger?
  2. Welche lebensqualitäts-/gesundheitsbezogenen Themen bewegen die Menschen im Donnersbergkreis? Welche räumlichen, ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Eigenschaften beeinflussen die Resilienzfaktoren der Bürgerinnen und Bürger in der Region? (Sozialraumanalyse)
  3. Welche zentralen Aspekte sollten - auf dem Boden dieser Analyse - das Konzept eines neuen sozialraumorientierten und bürgerbeteiligten, resilienzfundierten Gesundheitsangebotes im Donnersbergkreis prägen?
  4. Wie effektiv und effizient ist solch ein neuer Ansatz im Donnersbergkreis?

Die Studie wird im Mixed-Method-Design durchgeführt, welches sowohl quantitative als auch qualitative Elemente aufnimmt. Nach einer ausführlichen Literaturanalyse und Recherche statistischer Daten erfolgte zunächst eine theoriegeleitete Analyse des Sozialraums. Im Anschluss daran fanden konkrete Sozialraumbegehungen unter Anwendung sozialräumlicher Methoden sowie Spontaninterviews statt, mit dem Ziel weitere quantitative und qualitative Daten zu erfassen. Des Weiteren erfolgte eine Ist-Stands-Analyse unter Einbezug aller regionalen Einrichtungen. Über Bürgerforen, die zu vier unterschiedlichen Zeitpunkten durchgeführt wurden, konnten mit der Methode der Aktivierenden Befragung ebenfalls qualitative Daten gebündelt werden. Die erhobenen Daten wurden im Rahmen mehrerer Projekttreffen im Donnersbergkreis und an der HS Nordhausen im Team ausgewertet. Derzeit befindet sich der Projektabschlussbericht in Arbeit, dem eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse zu entnehmen sein wird.

Link zum Forschungsbericht

Kindness for Kids Versorgungspreis

Projektleitung: Prof. Dr. med. Andreas Seidel, Prof. Dr. med. Thomas Lücke (Kath. Klinkum Bochum)

Drittmittelgeber*innen: Kindness for Kids, Stiftung für Kinder mit seltenen Erkrankungen

Laufzeit: 03/2018 - 06/2019

Ziel des Projektes ist neben der Implementierung einer Sprechstunde „Sozialberatung/Case Management“ in der Stoffwechselsprechstunde der Universitätskinderklinik Bochum eine Begleitforschung (als mixed-methods-study), die den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen mit Stoffwechselerkrankungen aus Sicht der Betroffenen und deren Familien in den Fokus nimmt.

Orientiert am bio-psycho-soziale Modell der ICF werden Patienten und deren Familien zum Thema Gesundheitszustand und Therapiezielen interviewt. Die transkribierten Interviews werden mit dem Kategorien- und Codesytem der ICF erfasst und anschließend mittels deskriptiver Statistik ausgewertet. Damit kann aufgezeigt werden, in welchen Lebensbereichen die Betroffenen und ihre Familien Einschränkungen erleben und welche Kontextfaktoren ihren Gesundheitszustand fördern (Förderfaktoren) bzw. negativ beeinflussen (Barrieren).

Zusätzlich zu dieser qualitativen Methode erfolgt eine Befragung der Eltern und -soweit möglich- der Patienten mit einem standardisierten Fragebogen, um die Häufigkeit von psychischen Auffälligkeiten bei den Patienten zu eruieren. Die hier erfassten Ergebnisse werden mit den Auswertungen aus der KiGGS/BELLA Studie (als repräsentative deutsche Kontrollgruppe) verglichen (15). Eine aktuelle und systematische Untersuchung von psychischen Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Stoffwechselerkrankungen gibt es in Deutschland bislang nicht. Die Relevanz für die Patienten besteht in einer verbesserten Versorgung (Beratung/Case Management) sowie einer stärkeren Partizipation im Behandlungsprozess.

Die Sprechstunde „Sozialberatung/Case Management“ soll auch nach Projektende, orientiert an den Erfahrungen im Projektzeitraum, weitergeführt werden. Diese psychosoziale Beratung und das Case Management werden bereits jetzt in der Klinik kontinuierlich weiterentwickelt und den Bedürfnissen der Patienten sowie deren Familien fortlaufend angepasst. Durch die Präsentation und Publikation der Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt sowie eine Fortsetzung der Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet ist die Nachhaltigkeit der Projektinhalte gesichert.

Das Projekt wird durch die Kooperation der Universitätskinderklinik Bochum mit der Hochschule Nordhausen mit Unterstützung der Deutschen Interessengemeinschaft Phenylketonurie sowie der Gesellschaft für Mucopolysaccharidosen durchgeführt. National und international werden die Erfahrungen und Ergebnisse auf verschiedenen Arbeitstreffen und Kongressen präsentiert sowie in schriftlicher Form durch Publikationen bekannt gemacht.

Optimierung der Selbstevaluation der Berliner Pflegestützpunkte

Projektleitung: Prof. Dr. Petra J. Brzank

Drittmittelgeber*innen: Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Laufzeit: 10/2018 - 12/2018

Im Rahmen des Projektes werden die jährlichen Leistungsberichte der Berliner Pflegestützpunkte auf Verbesserungspotentiale hin analysiert. Die aus 2018 vorliegenden Leistungs- und Klienteldaten werden statistisch ausgewertet und Vorschläge zur Anpassung der Datenerfassungsmaske an eine veränderte Aufgabensituation sowie zur longitudinal Darstellung gemacht.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Dortmunder Kinderstuben - wissenschaftliche Begleitung

Projektleitung: Prof. Dr. Sebastian Möller-Dreischer

Drittmittelgeber*innen: Familienprojekt, Stadt Dortmund, Co-Finanzierung durch RhurFutur

Laufzeit: 01/2016 - 12/2018

Seit Anfang 2016 ist das ISRV an der wissenschaftlichen Begleitung und konzeptionellen Weiterentwicklung der FABIDO Kinderstube in Dortmund-Eving beteiligt. Im November/Dezember 2015 wurde die Kinderstube eröffnet und 9 Kinder aus der Märchensiedlung und eng angrenzenden Quartieren aufgenommen. Von den 9 Kindern werden 8 Kinder und deren Eltern im Rahmen der Jugendhilfe gem. § 27 ff SGB VIII betreut. Ein Großteil der dort aufgenommenen Kinder erhalten verschiedene Unterstützungsleistungen, zum Beispiel SPFH und/oder Frühförderung als Komplexleistung. Ziel des Projekts ist es, Erkenntnisse zu erlangen, ob die präventive und niederschwellige Arbeit in den Kinderstuben eine Unterstützung und Entlastung im Rahmen der HzE sowie eine sozialpädagogische und fiskalische Wirkung erzielen kann.

Schwerpunkt des Projekts ist es, zu analysieren, inwieweit z.B. Prozesse der Jugendhilfe im Rahmen von Hilfen zur Erziehung in die Arbeit der Kinderstuben implementiert werden können. Insgesamt stehen somit bei der konzeptionellen Weiterentwicklung verschiedene Aspekte im Mittelpunkt:

  • Welche Unterstützungsleistungen für Familien können in Kooperation mit der Kinderstube durchgeführt werden?
  • Wie kann die Idee einer (teilweisen) Bündelung von Unterstützungsleistungen (rechtlich) umgesetzt werden, die die Kinder erhalten (z.B. SPFH, Erziehungsberatung, Frühförderleistungen)?

Zu untersuchende Fragestellungen sind:

  • Welche Vereinbarungen müssen seitens der sozialpädagogischen Koordination und der Jugendhilfe getroffen werden?
  • Was können Tagespflegepersonen leisten? was noch nicht? (Analyse auf konzeptioneller Ebene, ggf. Interview)
  • Wo sind Schnittmengen zwischen der niedrigschwelligen Arbeit der TPP und SPFHs? Welche Tätigkeiten bedeuten für die TPP einen Mehraufwand? (d.h. welche Tätigkeiten (nah an der Familie) werden sowieso erbracht?) (Analyse einer Dokumentation der Tätigkeiten der TPP, Falldokumentation und –analyse von zwei ausgewählten Familien)

Übergreifend soll den Fragen nachgegangen werden, wie eine Überfrachtung / Überforderung der Tagespflegepersonen in diesem Zusammenhang vermieden werden kann, welche fachlichen Unterstützungsangebote benötigt werden und wie hoch der personelle Aufwand des Trägers bezüglich der fachlichen Unterstützung der Tagespflegepersonen wäre. Zusätzliche wird der Frage nachgegangen, auf welche Akzeptanz eine solche Unterstützungsleistung bei den Familien trifft und wie die Unterstützung durch die Eltern angenommen und wahrgenommen wird.

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts läuft bis Ende 2017.
 

Multicenterstudie - Qualifizierter Entzug in der Inneren Medzin

Projektleitung: Prof. Dr. Uwe Saint-Mont, Prof. Dr. Markus Steffens

Drittmittelgeber*innen: AKQEIM Arbeitskreis qualifizierter Entzug in der Inneren Medizin

Laufzeit: 01/2017 - 12/2018

Im Rahmen der Kooperation mit dem Diakonie-Krankenhaus Elbingerode besteht Kontakt zum „Arbeitskreis qualifizierter Entzug in der Inneren Medizin“ (AKQEIM). In Zusammenarbeit mit diesem Arbeitskreis wird an 10-15 deutschen Kliniken eine prospektive Studie (Fragebogen zum qualifizierten Entzug) durchgeführt.

Die Studie ist explorativ und quantitativ angelegt. Um ein möglichst umfassendes Bild zu gewinnen, sollen in einem a priori festgelegten Zeitraum sieben deutsche internistische Kliniken für jeden ihrer Patienten im Qualifizierten Entzug (QE) einen standardisierten Fragebogen vervollständigen, der zuvor im AKQEIM des BDI abgestimmt worden ist. Auf diese Weise soll erstmalig ein Überblick über die Patientenpopulation entstehen: Wie viele Personen werden im Qualifizierten Entzug in der Inneren Medizin behandelt und was sind deren Charakteristika.  Zudem liegt das Augenmerk auf den therapeutischen Maßnahmen und deren Erfolg (insbes. Krankheitsakzeptanz, Therapieerfolgsbewertung, Einleitung weiterführender Maßnahmen).

Die Untersuchung unterteilt sich in mehrere Schritte:

  • Erstellung und Verabschiedung eines einheitlichen Erhebungsbogens für alle teilnehmenden Kliniken
  • Erstellung einer zugehörigen Excel-Datei zur Eingabe und Sammlung der Daten
  • Erhebung und verschlüsselte Übermittlung der Daten in drei Tranchen
  • Zusammenführen, Auswerten und Interpretieren der Daten

Wohnortnaher Versorgungsbedarf schwer psychisch erkrankter Menschen hinsichtlich stationärer und ganztägig ambulanter medizinischer Rehabilitation (Region Altenburg)

Projektleitung: Prof. Dr. Markus Steffens, Prof. Dr. Cordula Borbe

Drittmittelgeber*innen: Evangelische Lukas-Stiftung Altenburg

Laufzeit: 01/2015 - 12/2017

Auf konkrete Anfrage wurde im Rahmen der Kooperation mit der Evangelischen Lukas-Stiftung Altenburg eine Erhebung zum „Wohnortnahen Versorgungsbedarf schwer psychisch erkrankter Menschen hinsichtlich stationärer und ganztägig ambulanter medizinischer Rehabilitation“ durchgeführt.

Einen Schwerpunkt der Erhebung bildete die Generierung quantitativer Daten, die mittels Fragebogen erfasst wurden. Ziel war es, eine Befragung aller PatientInnen mit schweren psychischen Störungen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Evangelischen Lukas-Stiftung Altenburg innerhalb von sechs Monaten zu erreichen. Es wurden ca. 100 Fragebögen gesammelt und ausgewertet. Des Weiteren erfolgte eine IST-Standanalyse bei allen regionalen Trägern und Einrichtungen im Rahmen des Gemeindepsychiatrischen Verbundsystems im Altenburger Land in Form von standardisierten Telefoninterviews mit qualitativen Elementen.

Das Projekt lief von Januar bis Dezember 2015.
 

ICF-fundiertes Entlassungsmanagement von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und psychischer Komorbidität

Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Seidel, Prof. Dr. Markus Steffens

Drittmittelgeber*innen: Rheinhessen Fachklinik Alzey, Co-Finanzierung Land Rheinland-Pfalz

Laufzeit: 03/2017 - 09/2017

Suchtmittelabhängige Menschen fallen wegen ihrer komplexen Problemlagen und der daraus meist resultierenden Schwierigkeit einer adäquaten, v.a. lückenlosen Weiterbehandlungsplanung im stationären Kontext der Psychiatrie erheblich ins Gewicht. Ihre oftmals prekären Lebenslagen erfordern eine frühzeitige interdiszipli-näre Kooperation und Koordination. Das Projekt ist als Masterarbeit in eine größere Studie des Fachbereichs Allgemeinpsychiatrie der Rheinhessen Fachklinik Alzey eingebettet. Es zielt auf eine Analyse der internen Schnittstellen von Aufnahme bis Entlassung und damit verbunden die Professionalisierung des Entlassmanagements von PatientInnen mit Suchtmittelabhängigkeit ab. Mithilfe eines auf Basis der ICF entworfenen Diagnoseinstrumentariums soll die besonders problem-, d.h. nachsor-geintensive Klientel eruiert werden, um sie direkt einem Entlassmanagement zufüh-ren zu können, das im Rahmen dieses Projektes standardisiert werden soll. Die so-dann in einem Konzept verschriftlichten Ergebnisse dieser Prozesse sollen zuletzt an ca. 8-10 PatientInnen getestet, dokumentiert und abschließend bewertet werden.

Entwicklungsspsychologische Beratung

Projektleitung: Prof. Dr. Armin Sohns

Drittmittelgeber*innen: Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF)

Laufzeit: 04/2016 - 06/2016

Für das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF) wurde eine (Begleit-)Studie zum Projekt Entwicklungspsychologische Beratung (EPB) durchgeführt. Bei der EPB handelt es sich um ein Beratungskonzept, mit dem Fachpersonen die Eltern von Säuglingen und Kleinkindern beim Aufbau einer entwicklungsförderlichen Eltern-Kind-Beziehung unterstützen und begleiten können. Ziel der Evaluation / Studie war es, den Erfolg der Weiterbildung kritisch zu reflektieren. Dabei wurde insbesondere den Fragen nachgegangen, welchen Nutzen die AbsolventInnen für ihre spätere Arbeit ziehen konnten, wie sie die Kenntnisse in ihre Arbeit einbetten können und wie sie sich mit Hilfe der Qualifizierung beruflich weiter entwickeln konnten. Im Dezember 2015 wurde ein Folgeantrag gestellt, sodass das Projekt im Jahr 2016 fortgesetzt werden konnte.

Zum einen sollte eine weitere Erhebung AbsolventInnen der Weiterbildung erfassen, die inzwischen ihren Arbeitsplatz gewechselt hatten, um zu prüfen, welchen Anteil an der beruflichen Weiterbildung die EPB-Weiterbildung hatte. Damit sollte die These überprüft werden, dass sich Fachpersonen durch diese Weiterbildung in beruflich anspruchsvollere Arbeitsfelder verändern. Zum anderen erschien es interessant, anhand ausgewählter Parameter aus den eingegangenen Antworten beider Befragungen der Fachpersonen mithilfe von Kreuztabellen zu überprüfen, ob einzelne erhobene Tendenzen sich in besonderem Maße auf spezifische Items zurückführen lassen. Dabei wurde auf folgende Kategorien der Erhebung zurückgegriffen:

  • Fachpersonen (Alter, Ausbildung, Arbeitsfelder, Arbeitsregionen, Berufserfahrung, Motive zur Ausbildung, Erfüllung der Erwartungen, Bedeutung und Bewertung der Ausbildung)
  • Anwendung von EPB (Häufigkeit, Vermittlungsinstanzen, Indikationen, kooperierende Einrichtungen, Soziale Herkunft der Familien)

Hierbei ergab sich eine Vielzahl von Differenzierungsmöglichkeiten, die interessante Aufschlüsse über den Erfolg von EPB in der Praxis liefern konnten. Gleichzeitig konnten sich nähere Aufschlüsse über die Stärken und Schwächen der Ausbildung aus Sicht der Fachpersonen und mögliche strukturelle Einschränkungen bei spezifischen Personengruppen oder (regionalen) Hintergründen ergeben. Beispielsweise war es von Interesse, ob bestimmte Berufsgruppen oder Arbeitsfelder, EPB in der Praxis häufig, selten oder gar nicht anwenden, insbesondere auch in Abhängigkeit von der individuellen Bewertung und damit der Haltung der Fachkräfte gegenüber ihrer Weiterbildung. Solche vertiefenden Erkenntnisse sollten durch die umfangreiche Analyse der Kreuztabellen erhoben und dargestellt werden. Dies wurde in Kooperation der Hochschule Nordhausen mit dem Fachbereich Mathematik der Universität Paderborn umgesetzt.

Der zweite Teil der Untersuchung erfolgte von April bis Juni 2016 und mündete in einen Abschlussbericht, der in einer vom Sozialministerium veranstalteten Fachtagung gemeinsam mit wissenschaftlichen Hintergründen zur Wirksamkeit präsentiert wurde.
 

Gesundheitsberichterstattung Thüringen

Projektleitung: Prof. Dr. med. Andreas Seidel

Drittmittelgeber*innen: Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF)

Laufzeit: 08/2014 - 04/2016

Im August 2014 wurde das ISRV vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit mit der Erstellung des Gesamtberichtsüber die gesundheitliche Situation von Thüringer Kindern auf Datengrundlage des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (hier: Schuleingangsuntersuchungen Jahrgang 2012/13) beauftragt. Der Gesamtbericht wurde Anfang 2015 fertig gestellt. Die vorliegenden Daten wurden nach Kreisen und Städten und für Thüringen gesamt dargestellt und analysiert. Der Bericht beinhaltete auch eine Bewertung der Thüringer Daten im Vergleich zu anderen Daten im Bundes- bzw. internationalen Vergleich. Neben einer wissenschaftlichen Analyse erfolgte auch eine Darstellung von Handlungsschwerpunkten, mit deren Hilfe in der Zukunft im Rahmen der Gesundheitsberichtserstattung die Planung und Durchführung notwendiger gesundheitspolitischer Maßnahmen zur Sicherung der Kindergesundheit in Thüringen weiter optimiert werden sollen.

Nach Abschluss der allgemeinen Berichterstattung wurden in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (TMAGSFF) unter dem Projekttitel „Die Gesundheitliche Situation Thüringer Kinder und Jugendlicher – Eine Analyse der vorliegenden Untersuchungsergebnisse aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst von den 90er Jahren bis zur Gegenwart“ weitere ergänzende Analysen und Auswertungen durchgeführt und in einem Bericht festgehalten. Der Bericht beschreibt die Entwicklung der Untersuchungsergebnisse bei den Vorsorgeuntersuchungen von Kindern und Jugendlichen im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Thüringen im Zeitraum von 1997 bis 2014. Dabei erfolgt eine zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Befunde und Themen, auch im Hinblick auf eine weitere Gesundheitsberichterstattung. Empfehlungen für zukünftige Maßnahmen und Zielformulierungen werden benannt.
 

Familienhebammen + Anschlussprojekt Stellungnahme zu den Empfehlungen für eine kommunale Konzeption von gesundheitsorientierter Familienbegleitung (GFB)

Projektleitung: Prof. Dr. Torsten Schaumberg

Drittmittelgeber*innen: Nationales Zentrum für Frühe Hilfen (NZFH) der BZgA

Laufzeit: 12/2014 - 04/2015

Für das Nationale Zentrum für Frühe Hilfen wurde 2014 eine Rechtsexpertise zum Einsatz von Familienhebammen erstellt. Das Projekt beinhaltete schwerpunktmäßig die Klärung offener Rechtsfragen - Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Steuerrecht - zum Einsatz von Familienhebammen (und anderer Gesundheitsfachberufe). In Zusammenarbeit mit dem DIJUF wurden diese rechtlichen Aspekte und Fragen dazu, wann Familienhebammen selbständig bzw. angestellt sind, welche Sozialversicherungs- und Steuerpflichten sie treffen, untersucht. Die drei daraus entstandenen rechtlichen Gutachten wurden mit Projektabschluss im April 2015 vom NZFH veröffentlicht.

Ziel der Expertise war es, Rechts- und Handlungssicherheit der Akteure aller Ebenen herzustellen, die mit der Qualifizierung oder dem Einsatz von Familienhebammen und anderer Gesundheitsfachberufe (welcher Fördergegenstand der Bundesinitiative Frühe Hilfen ist) befasst sind. Dies betrifft die Bundes- und Landesebene sowie kommunale Akteure in Ämtern (Jugendämter, Gesundheitsämter) wie freie Träger. Neben der Publikation der Rechtsgutachten werden diese auch auf Tagungen / Vortragsveranstaltungen eingebunden und erläutert.