Forschung

Forschungsprojekte im ISRV

Hier finden Sie eine Übersicht über aktuelle und abgeschlossene Forschungsprojekte des ISRV.

  • Das Institut betreibt in einem interdisziplinären Team grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung auf den Gebieten der Sozialmedizin, Rehabilitationswissenschaften und -forschung, sowie der Versorgungsforschung.
  • Schwerpunkte sind das Aufgabenfeld der rehabilitativen, therapeutischen Sozialen Arbeit, der Heilpädagogik, Transdisziplinären Frühförderung und Systemischen Beratung und Therapie.
  • Die Mitglieder des Institutes forschen in enger Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern, u.a. mit der Deutschen Rentenversicherung, nationalen und internationalen Hochschulen sowie weiteren Gesellschaften und Forschungseinrichtungen.

Laufende Forschungsprojekte

Internationales Forschungsprojekt zu Paartherapie und Paarberatung - Relational Mind

Aufgrund der hohen Nachfrage sind derzeit leider keine Kapazitäten vorhanden.

Einladung zu Paargesprächen

Vielleicht haben Sie das Gefühl, dass Sie den Weg nicht zueinander finden? Möglicherweise fragen Sie sich, wie es mit Ihrer Partnerschaft weitergehen kann?

Das ISRV an der Hochschule Nordhausen beteiligt sich an einem internationalen Forschungsprojekt zum Thema

„Paarberatung und Paartherapie“.

Sie führen als Paar mit zwei kompetenten TherapeutInnen Gespräche. Diese hören Ihnen aufmerksam zu und stellen Ihnen Fragen, um gemeinsam konstruktive Ideen für Ihre Zukunft als Paar zu entwickeln.
An zwei dieser Sitzungen führen wir – bei Ihnen und den TherapeutInnen - einige physiologische Messungen durch (Herzfrequenz), die das Gespräch nicht beeinträchtigen.

Wenn Sie Interesse an einer Paarberatung oder -therapie haben, melden Sie sich unverbindlich bei uns!

Wir freuen uns über Ihre Mail, Ihren Anruf oder Ihren Besuch...

Nähere Informationen finden Sie auf den folgenden Seiten. Bei Fragen oder Anmerkungen würden wir uns freuen, wenn Sie sich bei uns melden.

Forschungsteam und Kontaktdaten:

Projektleiterin: Prof. Dr. Maria Borcsa
Projektmitarbeiterin: Julia Hille (M.A.) 

Link zum aktuellen Forschungsbericht:

DGSF-Forschungsbericht Relational Mind / Mai 2019

Unsere Arbeitsweise bei den Paargesprächen:

In Paargesprächen mit einem Beratungsteam, gilt es zunächst einen Verständigungsprozess anzustoßen, in dem die Partner ihre verschiedenen Bedürfnisse, Ängste und Befürchtungen zum Ausdruck bringen und gemeinsam klären können.

Wir heben gemeinsam mit Ihnen Ihren Erfahrungsschatz als Paar, schauen, was Sie gemeinsam bereits bewältigt haben und bauen innerhalb der Gespräche hierauf auf.

Wir bieten Ihnen innerhalb einer vertrauensvollen Atmosphäre ein breites Fachwissen und unterstützen Sie bei der Überwindung Ihrer Schwierigkeiten und der Suche nach Lösungen.

Was hat das nun mit Forschung zu tun?

Das Besondere an den Paargesprächen

Zu Beginn jeder Sitzung werden Sie gebeten, eine kurze Selbsteinschätzung über Ihr Befinden zu geben. Am Ende jeder Therapiesitzung werden Beratende und BeraterInnen um eine persönliche Beurteilung der Qualität des Gesprächs gebeten. Alle Therapiesitzungen werden – wie auch an vielen Beratungsstellen üblich - auf Video aufgezeichnet. Weiterhin werden die Beratendenund die TherapeutInnen in einigen Sitzungen (ca. zweite und fünfte) Geräte zur Messung der Reaktionen des vegetativen Nervensystems tragen (Herzschlag). Die Messungen verursachen keine Schmerzen und sind ungefährlich. Nach diesen Sitzungen zur Messung werden alleTeilnehmenden einzeln zu einem Interview gebeten.

Ziele dieser Forschung

Wir beforschen, welche Rolle das vegetative Nervensystem bei bedeutsamen Momenten innerhalb eines Therapiegesprächs spielt. Dabei werden alle Teilnehmenden (Paare und TherapeutInnen) untersucht. Wir analysieren, wie sich das Paar und TherapeutInnen im Gespräch aufeinander einstimmen und wie diese Abstimmung an den Reaktionen des vegetativen Nervensystems sichtbar wird.

Anonymität ist gesichert!

Die Teilnahme an dem Forschungsprojekt ist absolut freiwillig. Sie haben in jeder Phase des Projekts das uneingeschränkte Recht, die Untersuchung abzulehnen oder ihre Teilnahme zu begrenzen. Alle Untersuchungsvereinbarungen und –berichte sind vertraulich. Nur die Teilnehmenden selbst sowie die Mitglieder des Forschungsteams erhalten Zugang zu den persönlichen Daten. In Berichten und Veröffentlichungen werden alle Ergebnisse so dargestellt, dass eine Identifizierung der einzelnen Teilnehmenden nicht möglich ist. Während der Studie haben Sie jederzeit das Recht, weiterführende Informationen über die Studie zu erhalten. Diese Forschung wird von der Ethikkommission der Friedrich-Schiller-Universität gutachterlich begleitet.

Entwicklung und psychosometrische Prüfung eines Instruments zur Messung sozialer Partizipation bei Jugendlichen

Projektleitung: Prof. Dr. Britta Gebhard, Dr. Astrid Fink (MLU Halle-Wittenberg)

Drittmittelgeber*innen: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Laufzeit: 10/2019 - 09/2021

Ziel dieses Projektes ist es ein Partizipationsmessinstrument für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren zu entwickeln, zu testen, zu pilotieren und eine psychometrische Prüfung zu beginnen.

Im Rahmen einer sequenziellen Mixed-Methods-Studie werden Jugendliche mit und ohne körperliche Beeinträchtigungen mittels semi-strukturierter Interviews zu ihren Erfahrungen und ihrer Zufriedenheit mit sozialer Teilhabe sowie der individuellen Bedeutung von Selbstbestimmung befragt. Die Perspektive der Jugendlichen wird ergänzt durch Fokusgruppen, einerseits mit Experten aus der sozialpädiatrischen Versorgung und andererseits mit Eltern. Durch diese unterschiedlichen Perspektiven entsteht ein größtmöglicher Erkenntnisgewinn zur Entwicklung des Instruments, bei dem auch die aktuelle internationale Befundlage integriert wird. Aufbauend auf den Ergebnis-sen des ersten Schrittes wird dann ein Messinstrument zielgruppennah entwickelt, inhaltlich von der Zielgruppe der Jugendlichen sowie den anwendenden Fachexperten evaluiert, dem folgend in einer Pilotstudie in exemplarischen sozialpädiatrischen Zentren und Rehabilitationskliniken implementiert und psychometrisch geprüft.

Mit dieser Studie werden aussagekräftige Erkenntnisse über soziale Partizipation bei Jugendlichen bereitgestellt, die es ermöglichen, das theoretische Konstrukt sozialer Partizipation und seine Bedeutung für das Leben der Jugendlichen sowie der Förderzielplanung in rehabilitativen Prozessen zu beschreiben und die vom Gesetzgeber vorgesehene Kernzielgröße der Partizipation in einzelnen Maßnahmen zu evaluieren. Das entwickelte Instrument kann in der Wissenschaft eingesetzt werden, um benachteiligte Gruppen zu identifizieren und mit zielgerichteten Interventionen die Nachteile, die die Entwicklung beeinträchtigen könnten, auszugleichen. In der Praxis kann das Instrument eingesetzt werden, um die Ziele der Rehabilitation gemeinsam mit dem Jugendlichen und der von ihm zugemessenen Bedeutsamkeit zu ermitteln und die Zielerreichung zu evaluieren.

Beschwerdevalidierung in der psychosomatischen Rehabiliation

Projektleitung: Prof. Dr. med. Markus Bassler

Drittmittelgeber*innen: DRV Braunschweig-Hannover

Laufzeit: 04/2018 - 09/2019

Bei der sozialmedizinischen Beschwerdevalidierung spielen die Aggravation bzw. im geringeren Maße auch die Simulation eine bedeutende Rolle, da nach vorliegenden Schätzungen ein erheblicher Teil der patientenseitigen Beschreibungen von Symptomen als nicht valide beurteilt werden muss (Kobelt et.al.2012). Für die gutachterliche Beschwerdevalidierung liegen für psychosomatische Beschwerdebilder anerkannte Leitfäden vor (Schmitt 2012). Jedoch fehlen bislang operationalisierte validierte Vorgehensweisen, die bei Verdacht auf invalide Symptomschilderung im Rahmen einer mehrstufigen Diagnostik sowohl die klinische Beurteilung als auch testpsychologische Assessments zweckmäßig miteinander verbinden.

In dem Forschungsprojekt soll eine mehrstufige klinische sowie testpsychologische Diagnostik entwickelt werden, die bereits auf der ersten Stufe eines ausschließlich psychometrischen Screeningverfahrens Fälle von invalider Beschwerdeschilderung mit möglichst hoher Sensitivität und Spezifität zu detektieren vermag. In Ergänzung zu dem Screeningverfahren soll über eine erweiterte klinische sowie testpsychologische Diagnostik eine möglichst hohe Trefferquote von richtig positiven Fällen erreicht werden, um dadurch eine optimierte Spezifität der sozialmedizinischen Diagnostik zu gewährleisten.

Resilienz durch BürgerInnenbeteiligung im ländlichen Raum am Beispiel des Donnersbergkreises (Rheinland-Pfalz)

Projektleitung: Prof. Dr. Cordula Borbe, Prof. Dr. Markus Steffens

Drittmittelgeber*innen: Pfalzklinikum, AOK Rheinland-Pfalz

Laufzeit: 10/2018 - 09/2019

Mit dem vorliegenden Projekt ist geplant, die Resilienz in einer ausgewählten Kommune (Donnersbergkreis) zu stärken und die Gesundheitskompetenz in diesem ländlichen Raum unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu fördern. Diese sollen eingeladen werden, in öffentlichen Foren darüber nachzudenken, welche resilienten und gesundheitsförderliche Strukturen in der Region auszumachen sind.

Schwerpunkt des Projekts sind die folgenden Forschungsfragen:

  1. Was kennzeichnet existierende Konzepte zur Stärkung der Resilienz und Förderung der Gesundheitskompetenz im ländlichen Raum insbesondere im Hinblick auf Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger?
  2. Welche lebensqualitäts-/gesundheitsbezogenen Themen bewegen die Menschen im Donnersbergkreis? Welche räumlichen, ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Eigenschaften beeinflussen die Resilienzfaktoren der Bürgerinnen und Bürger in der Region? (Sozialraumanalyse)
  3. Welche zentralen Aspekte sollten - auf dem Boden dieser Analyse - das Konzept eines neuen sozialraumorientierten und bürgerbeteiligten, resilienzfundierten Gesundheitsangebotes im Donnersbergkreis prägen?
  4. Wie effektiv und effizient ist solch ein neuer Ansatz im Donnersbergkreis?

Die Studie wird im Mixed-Method-Design durchgeführt, welches sowohl quantitative als auch qualitative Elemente aufnimmt. Nach einer ausführlichen Literaturanalyse und Recherche statistischer Daten erfolgte zunächst eine theoriegeleitete Analyse des Sozialraums. Im Anschluss daran fanden konkrete Sozialraumbegehungen unter Anwendung sozialräumlicher Methoden sowie Spontaninterviews statt, mit dem Ziel weitere quantitative und qualitative Daten zu erfassen. Des Weiteren erfolgte eine Ist-Stands-Analyse unter Einbezug aller regionalen Einrichtungen. Über Bürgerforen, die zu vier unterschiedlichen Zeitpunkten durchgeführt wurden, konnten mit der Methode der Aktivierenden Befragung ebenfalls qualitative Daten gebündelt werden. Die erhobenen Daten wurden im Rahmen mehrerer Projekttreffen im Donnersbergkreis und an der HS Nordhausen im Team ausgewertet. Derzeit befindet sich der Projektabschlussbericht in Arbeit, dem eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse zu entnehmen sein wird.

Link zum Forschungsbericht

Kindness for Kids Versorgungspreis

Projektleitung: Prof. Dr. med. Andreas Seidel, Prof. Dr. med. Thomas Lücke (Kath. Klinkum Bochum)

Drittmittelgeber*innen: Kindness for Kids, Stiftung für Kinder mit seltenen Erkrankungen

Laufzeit: 03/2018 - 06/2019

Ziel des Projektes ist neben der Implementierung einer Sprechstunde „Sozialberatung/Case Management“ in der Stoffwechselsprechstunde der Universitätskinderklinik Bochum eine Begleitforschung (als mixed-methods-study), die den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen mit Stoffwechselerkrankungen aus Sicht der Betroffenen und deren Familien in den Fokus nimmt.

Orientiert am bio-psycho-soziale Modell der ICF werden Patienten und deren Familien zum Thema Gesundheitszustand und Therapiezielen interviewt. Die transkribierten Interviews werden mit dem Kategorien- und Codesytem der ICF erfasst und anschließend mittels deskriptiver Statistik ausgewertet. Damit kann aufgezeigt werden, in welchen Lebensbereichen die Betroffenen und ihre Familien Einschränkungen erleben und welche Kontextfaktoren ihren Gesundheitszustand fördern (Förderfaktoren) bzw. negativ beeinflussen (Barrieren).

Zusätzlich zu dieser qualitativen Methode erfolgt eine Befragung der Eltern und -soweit möglich- der Patienten mit einem standardisierten Fragebogen, um die Häufigkeit von psychischen Auffälligkeiten bei den Patienten zu eruieren. Die hier erfassten Ergebnisse werden mit den Auswertungen aus der KiGGS/BELLA Studie (als repräsentative deutsche Kontrollgruppe) verglichen (15). Eine aktuelle und systematische Untersuchung von psychischen Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Stoffwechselerkrankungen gibt es in Deutschland bislang nicht. Die Relevanz für die Patienten besteht in einer verbesserten Versorgung (Beratung/Case Management) sowie einer stärkeren Partizipation im Behandlungsprozess.

Die Sprechstunde „Sozialberatung/Case Management“ soll auch nach Projektende, orientiert an den Erfahrungen im Projektzeitraum, weitergeführt werden. Diese psychosoziale Beratung und das Case Management werden bereits jetzt in der Klinik kontinuierlich weiterentwickelt und den Bedürfnissen der Patienten sowie deren Familien fortlaufend angepasst. Durch die Präsentation und Publikation der Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt sowie eine Fortsetzung der Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet ist die Nachhaltigkeit der Projektinhalte gesichert.

Das Projekt wird durch die Kooperation der Universitätskinderklinik Bochum mit der Hochschule Nordhausen mit Unterstützung der Deutschen Interessengemeinschaft Phenylketonurie sowie der Gesellschaft für Mucopolysaccharidosen durchgeführt. National und international werden die Erfahrungen und Ergebnisse auf verschiedenen Arbeitstreffen und Kongressen präsentiert sowie in schriftlicher Form durch Publikationen bekannt gemacht.

Optimierung der Selbstevaluation der Berliner Pflegestützpunkte

Projektleitung: Prof. Dr. Petra J. Brzank

Drittmittelgeber*innen: Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Laufzeit: 10/2018 - 12/2018

Im Rahmen des Projektes werden die jährlichen Leistungsberichte der Berliner Pflegestützpunkte auf Verbesserungspotentiale hin analysiert. Die aus 2018 vorliegenden Leistungs- und Klienteldaten werden statistisch ausgewertet und Vorschläge zur Anpassung der Datenerfassungsmaske an eine veränderte Aufgabensituation sowie zur longitudinal Darstellung gemacht.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Dortmunder Kinderstuben - wissenschaftliche Begleitung

Projektleitung: Prof. Dr. Sebastian Möller-Dreischer

Drittmittelgeber*innen: Familienprojekt, Stadt Dortmund, Co-Finanzierung durch RhurFutur

Laufzeit: 01/2016 - 12/2018

Seit Anfang 2016 ist das ISRV an der wissenschaftlichen Begleitung und konzeptionellen Weiterentwicklung der FABIDO Kinderstube in Dortmund-Eving beteiligt. Im November/Dezember 2015 wurde die Kinderstube eröffnet und 9 Kinder aus der Märchensiedlung und eng angrenzenden Quartieren aufgenommen. Von den 9 Kindern werden 8 Kinder und deren Eltern im Rahmen der Jugendhilfe gem. § 27 ff SGB VIII betreut. Ein Großteil der dort aufgenommenen Kinder erhalten verschiedene Unterstützungsleistungen, zum Beispiel SPFH und/oder Frühförderung als Komplexleistung. Ziel des Projekts ist es, Erkenntnisse zu erlangen, ob die präventive und niederschwellige Arbeit in den Kinderstuben eine Unterstützung und Entlastung im Rahmen der HzE sowie eine sozialpädagogische und fiskalische Wirkung erzielen kann.

Schwerpunkt des Projekts ist es, zu analysieren, inwieweit z.B. Prozesse der Jugendhilfe im Rahmen von Hilfen zur Erziehung in die Arbeit der Kinderstuben implementiert werden können. Insgesamt stehen somit bei der konzeptionellen Weiterentwicklung verschiedene Aspekte im Mittelpunkt:

  • Welche Unterstützungsleistungen für Familien können in Kooperation mit der Kinderstube durchgeführt werden?
  • Wie kann die Idee einer (teilweisen) Bündelung von Unterstützungsleistungen (rechtlich) umgesetzt werden, die die Kinder erhalten (z.B. SPFH, Erziehungsberatung, Frühförderleistungen)?

Zu untersuchende Fragestellungen sind:

  • Welche Vereinbarungen müssen seitens der sozialpädagogischen Koordination und der Jugendhilfe getroffen werden?
  • Was können Tagespflegepersonen leisten? was noch nicht? (Analyse auf konzeptioneller Ebene, ggf. Interview)
  • Wo sind Schnittmengen zwischen der niedrigschwelligen Arbeit der TPP und SPFHs? Welche Tätigkeiten bedeuten für die TPP einen Mehraufwand? (d.h. welche Tätigkeiten (nah an der Familie) werden sowieso erbracht?) (Analyse einer Dokumentation der Tätigkeiten der TPP, Falldokumentation und –analyse von zwei ausgewählten Familien)

Übergreifend soll den Fragen nachgegangen werden, wie eine Überfrachtung / Überforderung der Tagespflegepersonen in diesem Zusammenhang vermieden werden kann, welche fachlichen Unterstützungsangebote benötigt werden und wie hoch der personelle Aufwand des Trägers bezüglich der fachlichen Unterstützung der Tagespflegepersonen wäre. Zusätzliche wird der Frage nachgegangen, auf welche Akzeptanz eine solche Unterstützungsleistung bei den Familien trifft und wie die Unterstützung durch die Eltern angenommen und wahrgenommen wird.

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts läuft bis Ende 2017.
 

Multicenterstudie - Qualifizierter Entzug in der Inneren Medzin

Projektleitung: Prof. Dr. Uwe Saint-Mont, Prof. Dr. Markus Steffens

Drittmittelgeber*innen: AKQEIM Arbeitskreis qualifizierter Entzug in der Inneren Medizin

Laufzeit: 01/2017 - 12/2018

Im Rahmen der Kooperation mit dem Diakonie-Krankenhaus Elbingerode besteht Kontakt zum „Arbeitskreis qualifizierter Entzug in der Inneren Medizin“ (AKQEIM). In Zusammenarbeit mit diesem Arbeitskreis wird an 10-15 deutschen Kliniken eine prospektive Studie (Fragebogen zum qualifizierten Entzug) durchgeführt.

Die Studie ist explorativ und quantitativ angelegt. Um ein möglichst umfassendes Bild zu gewinnen, sollen in einem a priori festgelegten Zeitraum sieben deutsche internistische Kliniken für jeden ihrer Patienten im Qualifizierten Entzug (QE) einen standardisierten Fragebogen vervollständigen, der zuvor im AKQEIM des BDI abgestimmt worden ist. Auf diese Weise soll erstmalig ein Überblick über die Patientenpopulation entstehen: Wie viele Personen werden im Qualifizierten Entzug in der Inneren Medizin behandelt und was sind deren Charakteristika.  Zudem liegt das Augenmerk auf den therapeutischen Maßnahmen und deren Erfolg (insbes. Krankheitsakzeptanz, Therapieerfolgsbewertung, Einleitung weiterführender Maßnahmen).

Die Untersuchung unterteilt sich in mehrere Schritte:

  • Erstellung und Verabschiedung eines einheitlichen Erhebungsbogens für alle teilnehmenden Kliniken
  • Erstellung einer zugehörigen Excel-Datei zur Eingabe und Sammlung der Daten
  • Erhebung und verschlüsselte Übermittlung der Daten in drei Tranchen
  • Zusammenführen, Auswerten und Interpretieren der Daten

Wohnortnaher Versorgungsbedarf schwer psychisch erkrankter Menschen hinsichtlich stationärer und ganztägig ambulanter medizinischer Rehabilitation (Region Altenburg)

Projektleitung: Prof. Dr. Markus Steffens, Prof. Dr. Cordula Borbe

Drittmittelgeber*innen: Evangelische Lukas-Stiftung Altenburg

Laufzeit: 01/2015 - 12/2017

Auf konkrete Anfrage wurde im Rahmen der Kooperation mit der Evangelischen Lukas-Stiftung Altenburg eine Erhebung zum „Wohnortnahen Versorgungsbedarf schwer psychisch erkrankter Menschen hinsichtlich stationärer und ganztägig ambulanter medizinischer Rehabilitation“ durchgeführt.

Einen Schwerpunkt der Erhebung bildete die Generierung quantitativer Daten, die mittels Fragebogen erfasst wurden. Ziel war es, eine Befragung aller PatientInnen mit schweren psychischen Störungen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Evangelischen Lukas-Stiftung Altenburg innerhalb von sechs Monaten zu erreichen. Es wurden ca. 100 Fragebögen gesammelt und ausgewertet. Des Weiteren erfolgte eine IST-Standanalyse bei allen regionalen Trägern und Einrichtungen im Rahmen des Gemeindepsychiatrischen Verbundsystems im Altenburger Land in Form von standardisierten Telefoninterviews mit qualitativen Elementen.

Das Projekt lief von Januar bis Dezember 2015.
 

ICF-fundiertes Entlassungsmanagement von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und psychischer Komorbidität

Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Seidel, Prof. Dr. Markus Steffens

Drittmittelgeber*innen: Rheinhessen Fachklinik Alzey, Co-Finanzierung Land Rheinland-Pfalz

Laufzeit: 03/2017 - 09/2017

Suchtmittelabhängige Menschen fallen wegen ihrer komplexen Problemlagen und der daraus meist resultierenden Schwierigkeit einer adäquaten, v.a. lückenlosen Weiterbehandlungsplanung im stationären Kontext der Psychiatrie erheblich ins Gewicht. Ihre oftmals prekären Lebenslagen erfordern eine frühzeitige interdiszipli-näre Kooperation und Koordination. Das Projekt ist als Masterarbeit in eine größere Studie des Fachbereichs Allgemeinpsychiatrie der Rheinhessen Fachklinik Alzey eingebettet. Es zielt auf eine Analyse der internen Schnittstellen von Aufnahme bis Entlassung und damit verbunden die Professionalisierung des Entlassmanagements von PatientInnen mit Suchtmittelabhängigkeit ab. Mithilfe eines auf Basis der ICF entworfenen Diagnoseinstrumentariums soll die besonders problem-, d.h. nachsor-geintensive Klientel eruiert werden, um sie direkt einem Entlassmanagement zufüh-ren zu können, das im Rahmen dieses Projektes standardisiert werden soll. Die so-dann in einem Konzept verschriftlichten Ergebnisse dieser Prozesse sollen zuletzt an ca. 8-10 PatientInnen getestet, dokumentiert und abschließend bewertet werden.

Entwicklungsspsychologische Beratung

Projektleitung: Prof. Dr. Armin Sohns

Drittmittelgeber*innen: Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF)

Laufzeit: 04/2016 - 06/2016

Für das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF) wurde eine (Begleit-)Studie zum Projekt Entwicklungspsychologische Beratung (EPB) durchgeführt. Bei der EPB handelt es sich um ein Beratungskonzept, mit dem Fachpersonen die Eltern von Säuglingen und Kleinkindern beim Aufbau einer entwicklungsförderlichen Eltern-Kind-Beziehung unterstützen und begleiten können. Ziel der Evaluation / Studie war es, den Erfolg der Weiterbildung kritisch zu reflektieren. Dabei wurde insbesondere den Fragen nachgegangen, welchen Nutzen die AbsolventInnen für ihre spätere Arbeit ziehen konnten, wie sie die Kenntnisse in ihre Arbeit einbetten können und wie sie sich mit Hilfe der Qualifizierung beruflich weiter entwickeln konnten. Im Dezember 2015 wurde ein Folgeantrag gestellt, sodass das Projekt im Jahr 2016 fortgesetzt werden konnte.

Zum einen sollte eine weitere Erhebung AbsolventInnen der Weiterbildung erfassen, die inzwischen ihren Arbeitsplatz gewechselt hatten, um zu prüfen, welchen Anteil an der beruflichen Weiterbildung die EPB-Weiterbildung hatte. Damit sollte die These überprüft werden, dass sich Fachpersonen durch diese Weiterbildung in beruflich anspruchsvollere Arbeitsfelder verändern. Zum anderen erschien es interessant, anhand ausgewählter Parameter aus den eingegangenen Antworten beider Befragungen der Fachpersonen mithilfe von Kreuztabellen zu überprüfen, ob einzelne erhobene Tendenzen sich in besonderem Maße auf spezifische Items zurückführen lassen. Dabei wurde auf folgende Kategorien der Erhebung zurückgegriffen:

  • Fachpersonen (Alter, Ausbildung, Arbeitsfelder, Arbeitsregionen, Berufserfahrung, Motive zur Ausbildung, Erfüllung der Erwartungen, Bedeutung und Bewertung der Ausbildung)
  • Anwendung von EPB (Häufigkeit, Vermittlungsinstanzen, Indikationen, kooperierende Einrichtungen, Soziale Herkunft der Familien)

Hierbei ergab sich eine Vielzahl von Differenzierungsmöglichkeiten, die interessante Aufschlüsse über den Erfolg von EPB in der Praxis liefern konnten. Gleichzeitig konnten sich nähere Aufschlüsse über die Stärken und Schwächen der Ausbildung aus Sicht der Fachpersonen und mögliche strukturelle Einschränkungen bei spezifischen Personengruppen oder (regionalen) Hintergründen ergeben. Beispielsweise war es von Interesse, ob bestimmte Berufsgruppen oder Arbeitsfelder, EPB in der Praxis häufig, selten oder gar nicht anwenden, insbesondere auch in Abhängigkeit von der individuellen Bewertung und damit der Haltung der Fachkräfte gegenüber ihrer Weiterbildung. Solche vertiefenden Erkenntnisse sollten durch die umfangreiche Analyse der Kreuztabellen erhoben und dargestellt werden. Dies wurde in Kooperation der Hochschule Nordhausen mit dem Fachbereich Mathematik der Universität Paderborn umgesetzt.

Der zweite Teil der Untersuchung erfolgte von April bis Juni 2016 und mündete in einen Abschlussbericht, der in einer vom Sozialministerium veranstalteten Fachtagung gemeinsam mit wissenschaftlichen Hintergründen zur Wirksamkeit präsentiert wurde.
 

Gesundheitsberichterstattung Thüringen

Projektleitung: Prof. Dr. med. Andreas Seidel

Drittmittelgeber*innen: Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF)

Laufzeit: 08/2014 - 04/2016

Im August 2014 wurde das ISRV vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit mit der Erstellung des Gesamtberichtsüber die gesundheitliche Situation von Thüringer Kindern auf Datengrundlage des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (hier: Schuleingangsuntersuchungen Jahrgang 2012/13) beauftragt. Der Gesamtbericht wurde Anfang 2015 fertig gestellt. Die vorliegenden Daten wurden nach Kreisen und Städten und für Thüringen gesamt dargestellt und analysiert. Der Bericht beinhaltete auch eine Bewertung der Thüringer Daten im Vergleich zu anderen Daten im Bundes- bzw. internationalen Vergleich. Neben einer wissenschaftlichen Analyse erfolgte auch eine Darstellung von Handlungsschwerpunkten, mit deren Hilfe in der Zukunft im Rahmen der Gesundheitsberichtserstattung die Planung und Durchführung notwendiger gesundheitspolitischer Maßnahmen zur Sicherung der Kindergesundheit in Thüringen weiter optimiert werden sollen.

Nach Abschluss der allgemeinen Berichterstattung wurden in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (TMAGSFF) unter dem Projekttitel „Die Gesundheitliche Situation Thüringer Kinder und Jugendlicher – Eine Analyse der vorliegenden Untersuchungsergebnisse aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst von den 90er Jahren bis zur Gegenwart“ weitere ergänzende Analysen und Auswertungen durchgeführt und in einem Bericht festgehalten. Der Bericht beschreibt die Entwicklung der Untersuchungsergebnisse bei den Vorsorgeuntersuchungen von Kindern und Jugendlichen im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Thüringen im Zeitraum von 1997 bis 2014. Dabei erfolgt eine zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Befunde und Themen, auch im Hinblick auf eine weitere Gesundheitsberichterstattung. Empfehlungen für zukünftige Maßnahmen und Zielformulierungen werden benannt.
 

Familienhebammen + Anschlussprojekt Stellungnahme zu den Empfehlungen für eine kommunale Konzeption von gesundheitsorientierter Familienbegleitung (GFB)

Projektleitung: Prof. Dr. Torsten Schaumberg

Drittmittelgeber*innen: Nationales Zentrum für Frühe Hilfen (NZFH) der BZgA

Laufzeit: 12/2014 - 04/2015

Für das Nationale Zentrum für Frühe Hilfen wurde 2014 eine Rechtsexpertise zum Einsatz von Familienhebammen erstellt. Das Projekt beinhaltete schwerpunktmäßig die Klärung offener Rechtsfragen - Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Steuerrecht - zum Einsatz von Familienhebammen (und anderer Gesundheitsfachberufe). In Zusammenarbeit mit dem DIJUF wurden diese rechtlichen Aspekte und Fragen dazu, wann Familienhebammen selbständig bzw. angestellt sind, welche Sozialversicherungs- und Steuerpflichten sie treffen, untersucht. Die drei daraus entstandenen rechtlichen Gutachten wurden mit Projektabschluss im April 2015 vom NZFH veröffentlicht.

Ziel der Expertise war es, Rechts- und Handlungssicherheit der Akteure aller Ebenen herzustellen, die mit der Qualifizierung oder dem Einsatz von Familienhebammen und anderer Gesundheitsfachberufe (welcher Fördergegenstand der Bundesinitiative Frühe Hilfen ist) befasst sind. Dies betrifft die Bundes- und Landesebene sowie kommunale Akteure in Ämtern (Jugendämter, Gesundheitsämter) wie freie Träger. Neben der Publikation der Rechtsgutachten werden diese auch auf Tagungen / Vortragsveranstaltungen eingebunden und erläutert.