Forschung

Forschungsprojekte 2014 / 2015

Wohnortnaher Versorgungsbedarf schwer psychisch erkrankter Menschen hinsichtlich stationärer und ganztägig ambulanter medizinischer Rehabilitation (Region Altenburg)

Auf konkrete Anfrage wurde im Rahmen der Kooperation mit der Evangelischen Lukas-Stiftung Altenburg eine Erhebung zum „Wohnortnahen Versorgungsbedarf schwer psychisch erkrankter Menschen hinsichtlich stationärer und ganztägig ambulanter medizinischer Rehabilitation“ durchgeführt.

Einen Schwerpunkt der Erhebung bildete die Generierung quantitativer Daten, die mittels Fragebogen erfasst wurden. Ziel war es, eine Befragung aller PatientInnen mit schweren psychischen Störungen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Evangelischen Lukas-Stiftung Altenburg innerhalb von sechs Monaten zu erreichen. Es wurden ca. 100 Fragebögen gesammelt und ausgewertet. Des Weiteren erfolgte eine IST-Standanalyse bei allen regionalen Trägern und Einrichtungen im Rahmen des Gemeindepsychiatrischen Verbundsystems im Altenburger Land in Form von standardisierten Telefoninterviews mit qualitativen Elementen.

Das Projekt lief von Januar bis Dezember 2015.
 

Gesundheitsberichterstattung Thüringen

Im August 2014 wurde das ISRV vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit mit der Erstellung des Gesamtberichtsüber die gesundheitliche Situation von Thüringer Kindern auf Datengrundlage des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (hier: Schuleingangsuntersuchungen Jahrgang 2012/13) beauftragt. Der Gesamtbericht wurde Anfang 2015 fertig gestellt. Die vorliegenden Daten wurden nach Kreisen und Städten und für Thüringen gesamt dargestellt und analysiert. Der Bericht beinhaltete auch eine Bewertung der Thüringer Daten im Vergleich zu anderen Daten im Bundes- bzw. internationalen Vergleich. Neben einer wissenschaftlichen Analyse erfolgte auch eine Darstellung von Handlungsschwerpunkten, mit deren Hilfe in der Zukunft im Rahmen der Gesundheitsberichtserstattung die Planung und Durchführung notwendiger gesundheitspolitischer Maßnahmen zur Sicherung der Kindergesundheit in Thüringen weiter optimiert werden sollen.

Nach Abschluss der allgemeinen Berichterstattung wurden in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (TMAGSFF) unter dem Projekttitel „Die Gesundheitliche Situation Thüringer Kinder und Jugendlicher – Eine Analyse der vorliegenden Untersuchungsergebnisse aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst von den 90er Jahren bis zur Gegenwart“ weitere ergänzende Analysen und Auswertungen durchgeführt und in einem Bericht festgehalten. Der Bericht beschreibt die Entwicklung der Untersuchungsergebnisse bei den Vorsorgeuntersuchungen von Kindern und Jugendlichen im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Thüringen im Zeitraum von 1997 bis 2014. Dabei erfolgt eine zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Befunde und Themen, auch im Hinblick auf eine weitere Gesundheitsberichterstattung. Empfehlungen für zukünftige Maßnahmen und Zielformulierungen werden benannt.
 

Familienhebammen + Anschlussprojekt Stellungnahme zu den Empfehlungen für eine kommunale Konzeption von gesundheitsorientierter Familienbegleitung (GFB)

Für das Nationale Zentrum für Frühe Hilfen wurde 2014 eine Rechtsexpertise zum Einsatz von Familienhebammen erstellt. Das Projekt beinhaltete schwerpunktmäßig die Klärung offener Rechtsfragen - Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Steuerrecht - zum Einsatz von Familienhebammen (und anderer Gesundheitsfachberufe). In Zusammenarbeit mit dem DIJUF wurden diese rechtlichen Aspekte und Fragen dazu, wann Familienhebammen selbständig bzw. angestellt sind, welche Sozialversicherungs- und Steuerpflichten sie treffen, untersucht. Die drei daraus entstandenen rechtlichen Gutachten wurden mit Projektabschluss im April 2015 vom NZFH veröffentlicht.

Ziel der Expertise war es, Rechts- und Handlungssicherheit der Akteure aller Ebenen herzustellen, die mit der Qualifizierung oder dem Einsatz von Familienhebammen und anderer Gesundheitsfachberufe (welcher Fördergegenstand der Bundesinitiative Frühe Hilfen ist) befasst sind. Dies betrifft die Bundes- und Landesebene sowie kommunale Akteure in Ämtern (Jugendämter, Gesundheitsämter) wie freie Träger. Neben der Publikation der Rechtsgutachten werden diese auch auf Tagungen / Vortragsveranstaltungen eingebunden und erläutert.