Forschung

Forschungsprojekte 2018

Resilienz durch BürgerInnenbeteiligung im ländlichen Raum am Beispiel des Donnersbergkreises (Rheinland-Pfalz)

Mit dem vorliegenden Projekt ist geplant, die Resilienz in einer ausgewählten Kommune (Donnersbergkreis) zu stärken und die Gesundheitskompetenz in diesem ländlichen Raum unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu fördern. Diese sollen eingeladen werden, in öffentlichen Foren darüber nachzudenken, welche resilienten und gesundheitsförderliche Strukturen in der Region auszumachen sind.

Schwerpunkt des Projekts sind die folgenden Forschungsfragen:

  1. Was kennzeichnet existierende Konzepte zur Stärkung der Resilienz und Förderung der Gesundheitskompetenz im ländlichen Raum insbesondere im Hinblick auf Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger?
  2. Welche lebensqualitäts-/gesundheitsbezogenen Themen bewegen die Menschen im Donnersbergkreis? Welche räumlichen, ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Eigenschaften beeinflussen die Resilienzfaktoren der Bürgerinnen und Bürger in der Region? (Sozialraumanalyse)
  3. Welche zentralen Aspekte sollten - auf dem Boden dieser Analyse - das Konzept eines neuen sozialraumorientierten und bürgerbeteiligten, resilienzfundierten Gesundheitsangebotes im Donnersbergkreis prägen?
  4. Wie effektiv und effizient ist solch ein neuer Ansatz im Donnersbergkreis?

Die Studie ist im Mixed-Method-Design geplant, welches sowohl quantitative als auch qualitative Elemente aufnimmt. Nach einer ausführlichen Literaturanalyse und einer Sozialraumanalyse (Spatzek / Wolf-Ostermann 2016) mit angewandten sozialräumlichen Methoden (Krisch 2009) sollen zum einen durch Fragebogen-erhebungen quantitative Daten im Sozialraum generiert werden, zum anderen erfolgt eine IST-Standanalyse unter Einbezug aller regionalen Einrichtungen in Form von standardisierten Telefoninterviews mit qualitativen Elementen. Bürgerforen zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten sollen mit der Methode der Aktivierenden Befragung ebenfalls qualitative Daten bündeln. Die Studie hat einen explorativen Charakter.

Kindness for Kids Versorgungspreis

Ziel des Projektes ist neben der Implementierung einer Sprechstunde „Sozialberatung/Case Management“ in der Stoffwechselsprechstunde der Universitätskinderklinik Bochum eine Begleitforschung (als mixed-methods-study), die den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen mit Stoffwechselerkrankungen aus Sicht der Betroffenen und deren Familien in den Fokus nimmt.

Orientiert am bio-psycho-soziale Modell der ICF werden Patienten und deren Familien zum Thema Gesundheitszustand und Therapiezielen interviewt. Die transkribierten Interviews werden mit dem Kategorien- und Codesytem der ICF erfasst und anschließend mittels deskriptiver Statistik ausgewertet. Damit kann aufgezeigt werden, in welchen Lebensbereichen die Betroffenen und ihre Familien Einschränkungen erleben und welche Kontextfaktoren ihren Gesundheitszustand fördern (Förderfaktoren) bzw. negativ beeinflussen (Barrieren).

Zusätzlich zu dieser qualitativen Methode erfolgt eine Befragung der Eltern und -soweit möglich- der Patienten mit einem standardisierten Fragebogen, um die Häufigkeit von psychischen Auffälligkeiten bei den Patienten zu eruieren. Die hier erfassten Ergebnisse werden mit den Auswertungen aus der KiGGS/BELLA Studie (als repräsentative deutsche Kontrollgruppe) verglichen (15). Eine aktuelle und systematische Untersuchung von psychischen Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Stoffwechselerkrankungen gibt es in Deutschland bislang nicht. Die Relevanz für die Patienten besteht in einer verbesserten Versorgung (Beratung/Case Management) sowie einer stärkeren Partizipation im Behandlungsprozess.

Die Sprechstunde „Sozialberatung/Case Management“ soll auch nach Projektende, orientiert an den Erfahrungen im Projektzeitraum, weitergeführt werden. Diese psychosoziale Beratung und das Case Management werden bereits jetzt in der Klinik kontinuierlich weiterentwickelt und den Bedürfnissen der Patienten sowie deren Familien fortlaufend angepasst. Durch die Präsentation und Publikation der Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt sowie eine Fortsetzung der Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet ist die Nachhaltigkeit der Projektinhalte gesichert.

Das Projekt wird durch die Kooperation der Universitätskinderklinik Bochum mit der Hochschule Nordhausen mit Unterstützung der Deutschen Interessengemeinschaft Phenylketonurie sowie der Gesellschaft für Mucopolysaccharidosen durchgeführt. National und international werden die Erfahrungen und Ergebnisse auf verschiedenen Arbeitstreffen und Kongressen präsentiert sowie in schriftlicher Form durch Publikationen bekannt gemacht.