Forschung

3. Symposium - "inkluWas"

Am 7. November 2015 wurde unter dem Titel "inkluWas" das 3. Symposium des ISRV zum Thema Inklusion durchgeführt.

Mit dem Titel „inkluWAS“ wurde für das Symposium ein Slogan (den wir freundlicherweise von der Hamburger Designfirma www.inkluwas.de ausleihen durften) gewählt, der das Dilemma rund um den Begriff der Inklusion auf den Punkt bringt: Ganz allgemein besteht Einigkeit darüber, dass unter Inklusion ein menschenrechtsbasierter, gesamtgesellschaftlicher Veränderungsprozess zu verstehen ist, der auf einen Einbezug aller Menschen in sämtlichen Bereichen des Lebens abzielt. Damit ist schon angedeutet, dass der Begriff auch in fachwissenschaftlicher Hinsicht oftmals auf die Kategorie Behinderung verkürzt wird. Wird allerdings der Terminus Behinderung als eine soziale Konstruktion verstanden, so zeigt sich, dass ein Mensch, dem eine Behinderung zugeschrieben wird, nicht allein durch diese Kategorie bestimmt wird, sondern bspw. noch durch das Geschlecht, die Herkunft, das Alter usw.


Der Begriff Inklusion – obwohl auch im deutschsprachigen Raum bereits vorher teilweise verwendet – hat insbesondere seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesrepublik Deutschland an Dynamik gewonnen, wird aber auch vielfach kontrovers diskutiert. Inklusion steht als Begrifflichkeit in einem spannungsreichen Verhältnis zu Diversity Konzepten sowie den Diversity Studies, zu denen u.a. auch die Gender Studies und Disability Studies gehören. Die Überschneidungen und wirkmächtige Entfaltung verschiedener Diversity Kategorien bringen dabei eine hohe theoretische Komplexität hervor, die eine eindeutige Bestimmung dessen erschweren, was bspw. unter Inklusion zu verstehen ist.


An dieser Stelle setzte das Vorhaben inkluWAS an, indem für eine thüringenweite Hochschulöffentlichkeit sowie interessierte Praktiker_innen ein Angebot in Form eines Symposiums sowie angeschlossenen Vorlesungen zum Themenschwerpunkt Inklusion gemacht wurde. Mit der Veranstaltung sollten gedankliche Anstöße zu möglichen Veränderungen in Bezug auf fachliche Sichtweisen sowie auf praktisches Handeln ermöglicht werden, indem der Aspekt der Inklusion aus verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet wird:


Dabei ging es um:

  • Anstöße zur Reflexion in Bezug auf die pädagogische Grundhaltung der einzelnen Personen durch die einzelnen Beiträge, damit verbunden als Übertrag
  • Änderungen des individuellen aber auch institutionellen Handelns (z.B. im Hinblick auf inklusive Hochschulentwicklung aus der Perspektive der Gleichstellung, Enthinderung)

 

Das Format eines Symposiums konnte neben dem Angebot einer so ausgerichteten fachlichen Weiterbildung genutzt werden, um bereits bestehende hochschulische Kontakte zu intensivieren und neue aufzubauen. Gerade an dieser Schnittstelle erscheint ein Austausch zu einem gesamtgesellschaftlich derart bedeutenden Thema wie dem der Inklusion als absolut notwendig, um mögliche Kommunikationsbarrieren zu vermeiden und Brücken zwischen theoretischen und praktischen Sichtweisen zu bauen.

 

Informationen zu den Vorträgen des 3. Symposiums finden Sie im Flyer.

 

Die einzelnen Beiträge des Symposiums sind in der ISRV-Reihe unter dem Titel

Borbe, C., Möller-Dreischer, S., Seidel, A. (Hrsg.): Inklusion? Was? Wie? Perspektiven auf einen komplexen Gegenstand, Frankfurt a.M., Referenz-Verlag, 2016

veröffentlicht worden.