{"id":2034,"date":"2024-09-27T11:11:18","date_gmt":"2024-09-27T09:11:18","guid":{"rendered":"https:\/\/hsnordhausen.artemis.wpspace.me\/science-blog\/?p=2034"},"modified":"2025-01-21T13:51:52","modified_gmt":"2025-01-21T12:51:52","slug":"wie-koennen-unternehmen-das-wissen-ueber-den-innovationsentscheidungsprozess-nutzen-um-den-markterfolg-neuer-produkte-zu-steigern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hs-nordhausen.de\/science-blog\/wie-koennen-unternehmen-das-wissen-ueber-den-innovationsentscheidungsprozess-nutzen-um-den-markterfolg-neuer-produkte-zu-steigern\/","title":{"rendered":"Wie k\u00f6nnen Unternehmen das Wissen \u00fcber den Innovationsentscheidungsprozess nutzen, um den Markterfolg neuer Produkte zu steigern?"},"content":{"rendered":"\n
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Die Markteinf\u00fchrung innovativer Produkte ist ein entscheidender Faktor f\u00fcr den wirtschaftlichen Erfolg vieler Unternehmen. Doch trotz umfangreicher Forschung und millionenschwerer Investitionen scheitern viele neue Produkte daran, die Zustimmung der Konsumentinnen und Konsumenten zu gewinnen. Woran liegt das? Professor Dr. Jan A. Millemann und seine Kollegen untersuchten diese Fragestellung in ihrer Publikation „Connecting the Dots: A Bibliometric Analysis on the Consumer Innovation\u2212Decision Process“ und liefern spannende Erkenntnisse dar\u00fcber, wie Unternehmen das Wissen \u00fcber den Innovationsentscheidungsprozess der Konsumentinnen und Kosumenten besser nutzen k\u00f6nnen, um den Markterfolg neuer Produkte zu steigern.<\/p>\n\n\n\n

Die Herausforderungen der Innovationsvermarktung<\/h3>\n\n\n\n

Trotz jahrzehntelanger Forschung und unz\u00e4hliger Studien zur Entscheidungsfindung von Konsumentinnen und Konsumenten bei der Einf\u00fchrung neuer Innovationen gelingt es den Unternehmen oft nicht, dieses Wissen gewinnbringend in die Praxis umzusetzen. Dies zeigt sich deutlich in der anhaltend hohen Ablehnungsrate neuer Produkte durch die Konsumentinnen und Konsumenten. Diese Diskrepanz stellt eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr Produktmanagerinnen und Produktmanager dar, die sich auf die Vermarktung von Innovationen konzentrieren. Die Arbeit von Prof. Millemann et al. untersucht diese Problematik durch eine systematische Literatur\u00fcbersicht sowie durch bibliometrische Analysen, um den aktuellen Wissensstand zu bewerten und zuk\u00fcnftige Forschungswege aufzuzeigen\u200b<\/p>\n\n\n\n

Der Innovationsentscheidungsprozess<\/h3>\n\n\n\n

Der Innovationsentscheidungsprozess, wie er von Rogers (2003)[1]<\/a> beschrieben wird, umfasst f\u00fcnf Phasen: Wissen, \u00dcberzeugung, Entscheidung, Implementierung und Best\u00e4tigung. In diesen Phasen durchl\u00e4uft ein Individuum von der erstmaligen Kenntnisnahme einer Innovation bis hin zur endg\u00fcltigen Best\u00e4tigung der Entscheidung, diese zu \u00fcbernehmen oder abzulehnen\u200b. Prof. Millemann und seine Kollegen beleuchten in ihrer Analyse, wie dieser Prozess im Detail abl\u00e4uft und welche Faktoren ihn beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n

Methoden der Analyse<\/h3>\n\n\n\n

Die Analyse basiert auf einem umfassenden methodischen Ansatz, der sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsmethoden umfasst. Insbesondere die bibliometrische Analyse und die Ko-Zitationsanalyse spielen eine zentrale Rolle. Durch die Untersuchung von Zitationsmustern und die Identifikation von Forschungsclustern konnten die Autoren die einflussreichsten Studien und Theorien in diesem Bereich herausarbeiten\u200b.<\/p>\n\n\n\n

Zentrale Forschungscluster und deren Bedeutung<\/h3>\n\n\n\n

Die Analyse ergab f\u00fcnf zentrale Forschungscluster, die verschiedene Aspekte des Innovationsentscheidungsprozesses abdecken: Innovation Adoption, Technology Acceptance, Innovation Perception, Innovation Rejection und Consumer Decision Making\u200b.<\/p>\n\n\n\n

\u201eInnovation Adoption“ ist das umfangreichste und am tiefsten erforschte Cluster. Es basiert auf der Diffusionstheorie von Everett M. Rogers (2003), die beschreibt, wie Innovationen innerhalb einer sozialen Gruppe \u00fcbernommen werden. Innerhalb dieses Clusters wird untersucht, welche Faktoren die Adoption neuer Produkte beeinflussen, darunter relative Vorteile, Kompatibilit\u00e4t, Komplexit\u00e4t, Testbarkeit und Beobachtbarkeit.<\/p>\n\n\n\n

\u201eTechnology Acceptance“ konzentriert sich auf die Akzeptanz neuer Technologien durch Konsument:innen und Organisationen. Modell wie das Technology Acceptance Model (TAM) von Davis (1985)[2]<\/a>\u200b untersucht, wie Faktoren wie wahrgenommene N\u00fctzlichkeit und Benutzungsfreundlichkeit die Akzeptanz neuer Technologien beeinflussen\u200b.<\/p>\n\n\n\n

\u201eInnovation Perception“ untersucht, wie Konsumentinnen und Konsumenten Innovationen wahrnehmen und welche psychologischen und sozialen Faktoren ihre Wahrnehmung beeinflussen. Aspekte wie Innovationsneigung, Risikobereitschaft und Vertrauen sind hier von zentraler Bedeutung. Diese Studien analysieren, wie die Wahrnehmung von Unsicherheit und Risiko die Entscheidung zur Adoption oder Ablehnung einer Innovation beeinflusst\u200b.<\/p>\n\n\n\n

\u201eInnovation Rejection“ befasst sich mit den Gr\u00fcnden, warum Konsumentinnen und Konsumenten Innovationen ablehnen. Hier werden Faktoren wie wahrgenommene Unvereinbarkeit, hohe Komplexit\u00e4t und das Fehlen eines wahrgenommenen Mehrwerts untersucht. Studien in diesem Bereich analysieren auch, wie negative Erfahrungen und Mundpropaganda die Ablehnung verst\u00e4rken k\u00f6nnen\u200b.<\/p>\n\n\n\n

\u201eConsumer Decision Making“ untersucht die Entscheidungsprozesse von Konsumentinnen und Konsumenten im Kontext von Innovationen. Hier werden Modelle und Theorien herangezogen, die beschreiben, wie sie Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen. Kognitive Dissonanz, Entscheidungsheuristiken und die Rolle von Emotionen sind zentrale Themen.<\/p>\n\n\n\n

Implikationen f\u00fcr die Praxis<\/h3>\n\n\n\n

Die Erkenntnisse aus der Arbeit von Prof. Millemann und seinem Autorenteam bieten wertvolle Anhaltspunkte f\u00fcr die Praxis. Unternehmen k\u00f6nnen die identifizierten Forschungscluster nutzen, um gezielt auf spezifische Aspekte des Innovationsentscheidungsprozesses einzugehen. Insbesondere die Erkenntnis, dass Unsicherheit und das wahrgenommene Risiko zentrale Hemmnisse bei der Adoption von Innovationen darstellen, kann Produktmanagerinnen und Produktmanager helfen, Strategien zu entwickeln, die diese Barrieren \u00fcberwinden\u200b.<\/p>\n\n\n\n

Zuk\u00fcnftige Forschungswege<\/h3>\n\n\n\n

Die Studie identifiziert auch sechs vielversprechende Forschungsrichtungen, die bestehende Wissensl\u00fccken schlie\u00dfen k\u00f6nnten. Dazu geh\u00f6rt unter anderem die experimentelle Erforschung der Rolle verschiedener Wissensformen im Innovationsentscheidungsprozess und die Untersuchung der Auswirkungen von allgemeinen und bereichsspezifischen Kenntnissen auf die Entscheidungsfindung\u200b.<\/p>\n\n\n\n

Hier geht\u2019s zur vollst\u00e4ndigen Publikation: https:\/\/dx.doi.org\/10.1142\/S1363919622500311<\/a><\/p>\n\n\n\n


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[1]<\/a> Rogers, EM (2003). Diffusion of Innovations<\/em>, 5th Edition. New York: Free Press.<\/p>\n\n\n\n

[2]<\/a> Davis, F. D. (1985). A technology acceptance model for empirically testing new enduser information systems: Theory and results (Doctoral dissertation, Massachusetts<\/p>\n\n\n\n

Institute of Technology).<\/p>\n\n\n\n


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