{"id":2043,"date":"2024-09-27T11:39:11","date_gmt":"2024-09-27T09:39:11","guid":{"rendered":"https:\/\/hsnordhausen.artemis.wpspace.me\/science-blog\/?p=2043"},"modified":"2025-01-21T13:52:33","modified_gmt":"2025-01-21T12:52:33","slug":"warum-entscheiden-sich-verbraucherinnen-und-verbraucher-manchmal-gegen-den-kauf-eines-neuen-smartphones-und-warten-stattdessen-auf-zukuenftige-innovationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hs-nordhausen.de\/science-blog\/warum-entscheiden-sich-verbraucherinnen-und-verbraucher-manchmal-gegen-den-kauf-eines-neuen-smartphones-und-warten-stattdessen-auf-zukuenftige-innovationen\/","title":{"rendered":"Warum entscheiden sich Verbraucherinnen und Verbraucher manchmal gegen den Kauf eines neuen Smartphones und warten stattdessen auf zuk\u00fcnftige Innovationen?"},"content":{"rendered":"\n

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In einer \u00c4ra, in der technologische Fortschritte in rasantem Tempo voranschreiten, stellt sich eine wichtige Frage: Warum entscheiden sich Verbraucherinnen und Verbraucher oft gegen den Kauf neuer Produkte und warten stattdessen auf zuk\u00fcnftige, verbesserte Versionen? In der Studie „If at first you don’t adopt – Investigating determinants of new product leapfrogging behavior“ von Jan Andre Millemann, Professor f\u00fcr Digitalisierung und digitales Marketing an der HS Nordhausen und seinen Co-Autoren Sven Heidenreich und Jan F. Killmer untersucht, welche Faktoren das Leapfrogging-Verhalten bei neuen Produkten beeinflussen. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 200 deutschen Unternehmen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden gebeten, ihre Erfahrungen mit der Einf\u00fchrung neuer Produkte zu bewerten und ihre Einsch\u00e4tzung zu den Faktoren abzugeben, die das Leapfrogging-Verhalten beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n

Einf\u00fchrung in das Leapfrogging-Verhalten<\/h3>\n\n\n\n

Leapfrogging beschreibt das Verhalten von Verbraucher:innen und Verbraucher, die bewusst auf den Kauf einer neuen Produktgeneration verzichten, um auf eine nachfolgende Version mit m\u00f6glicherweise bedeutenderen technologischen Verbesserungen zu warten. Dieses Verhalten ist besonders in M\u00e4rkten mit schnellen technologischen Fortschritten und kurzen Produktlebenszyklen zu beobachten, wie etwa im Smartphone-Markt. Die Autoren der Studie beleuchten, dass dieses Verhalten nicht nur die Einf\u00fchrung neuer Produkte erschwert, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf Unternehmen hat.<\/p>\n\n\n\n

W\u00e4hrend fr\u00fchere Studien umfangreiche empirische Beweise f\u00fcr das Auftreten und die sch\u00e4dlichen Auswirkungen eines solchen Verhaltens gefunden haben, haben sich nur wenige Studien darauf konzentriert, die Natur und Determinanten des Leapfroggings zu untersuchen.<\/p>\n\n\n\n

Die Determinanten des Leapfrogging<\/h3>\n\n\n\n

Die Studie von Millemann und seinen Kollegen zielt darauf ab, die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Leapfrogging, das sich im Deutschen am besten mit Springverhalten \u00fcbersetzen l\u00e4sst,  systematisch zu erforschen und empirisch zu validieren. Hierf\u00fcr nutzten sie einen multimethodischen Ansatz, der eine systematische Literatur\u00fcbersicht, qualitative Studien und eine gro\u00df angelegte quantitative Untersuchung umfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass die bisher bekannten theoretischen Erkl\u00e4rungen f\u00fcr Innovationsablehnung, wie aktive und passive Innovationsresistenz, die komplexen psychologischen Prozesse hinter dem Leapfrogging nicht vollst\u00e4ndig erfassen.<\/p>\n\n\n\n

Die Autoren f\u00fchrten daher das neue Konstrukt der „Leap-Disposition“ ein, das die Bereitschaft von Konsumentinnen und Konsumeten beschreibt, ein neues Produkt abzulehnen und stattdessen auf eine verbesserte zuk\u00fcnftige Produktgeneration zu warten. Diese Leap-Disposition erwies sich als wesentlicher Faktor f\u00fcr das Leapfrogging-Verhalten, neben den bereits etablierten Konzepten der aktiven und passiven Innovationsresistenz.<\/p>\n\n\n\n

Die Wissenschaftler validierten und quantifizieren die relative Bedeutung sowohl etablierter Konstrukte (d.h. aktiver und passiver Innovationswiderstand) als auch der neu eingef\u00fchrten leap disposition f\u00fcr das Springverhalten innerhalb einer gro\u00df angelegten Studie empirisch.<\/p>\n\n\n\n

Damit konnte aufgezeigt werden, dass eine Reihe von Faktoren das Leapfrogging-Verhalten beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n