Gedenkstättenarbeit und Menschenrechtsbildung in sozialen Berufen (M.A.)

Sie suchen einen Studiengang:

  • den Sie berufsbegleitend studieren können
  • der gleichzeitig eine praxisorientierteakademische Weiterbildung mit Masterabschluss ist
  • der neben der Vertiefung fachlichen Wissens auch Methodik und Didaktik vermittelt
  • in dem Sie Vermittlungsformate für unterschiedliche Zielgruppen von der ersten Idee bis zur praktischen Umsetzung konzeptionell entwickeln und umsetzen können
  • der auf die vielfältigen Anforderungen einer zeitgemäßen Gedenkstättenarbeit und anderer Bildungsorte hin ausgerichtet ist.

    Sie haben:

    • eine (akademische) Vorqualifikation mit mindestens 180 ECTS (BA-Niveau) in den Bereichen Bildung, Geistes- oder Sozialwissenschaften
    • erste Berufserfahrung (mind. 1 Jahr) in einem entsprechenden Arbeitsfeld zum Zeitpunkt des Studienbeginns

    Akademischer Grad
    Master of Arts (M.A.)

    Regelstudienzeit / Leistungsumfang
    6 Semester / 120 ECTS-Credits

    Studienform
    berufsbegleitendes Weiterbildungsstudium mit Wechsel von Präsenz- und E-Learning

    Kosten
    350 € pro Monat über die gesamte Dauer des Studiengangs

    Studienbeginn
    Ab Wintersemester 2022; Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester

    Bewerbung

    WiSe 22/23 

    Bewerbungsablauf für das Wintersemester 2022/23

    Eine Bewerbung für den Masterstudiengang Gedenkstättenarbeit und Menschenrechtsbildung in sozialen Berufen ist über die Online-Bewerbung der Hochschule Nordhausen möglich. Bitte drucken Sie die vollständig ausgefüllte Bewerbung aus und senden die Bewerbungsunterlagen an das Studien-Service-Zentrum. Alle bis zum 10. September 2022 eingegangenen Bewerbungen werden für das Wintersemester 2022/23 berücksichtigt. Nach Eingang Ihrer Bewerbungsunterlagen prüft der Prüfungsausschuss zunächst, ob Sie die Zugangsvoraussetzungen für den Masterstudiengang erfüllen.
    Weitere einzureichende Unterlagen (zusätzlich zu den in der Online-Bewerbung erforderlichen Unterlagen) sind ein Motivationsschreiben und ein Video. Wir möchten Sie und Ihre fachlichen Perspektiven näher kennenlernen und bitten Sie um Einreichen der folgenden Unterlagen:

    • Ein Motivationsschreiben, in dem Sie Ihre Bewerbung ausführlich persönlich begründen.
    • Ein Video, in dem Sie sich fachlich mit den Studieninhalten auseinandersetzen. Was verstehen Sie unter einer zeitgemäßen Gedenkstättenarbeit und Menschenrechtsbildung und worin begründen sich Ihre Positionen? Berücksichtigen Sie dabei die Möglichkeiten, die Ihnen das Medium Video bietet. Das Video sollte drei Minuten nicht überschreiten, Format und Auflösung sind frei wählbar (abspielbar mit dem VLC Media Player).  

    Die Videobewerbungen werden von Dozent*innen des Masterstudiengangs in einer Auswahlsitzung geprüft. Auf Grundlage der Empfehlung der Dozent*innen entscheidet der Prüfungsausschuss über Ihre Zulassung. Die Zulassungsbescheide werden spätestens zum 15. September 2022 versendet. 

    Anforderungen

    • Abschluss eines ersten berufsqualifizierenden Studiums von mindestens 180 ECTS-Credits vorwiegend pädagogischer, geistes- oder sozialwissenschaftlicher Fachrichtung oder nach Inhalt, Umfang und Ausrichtung vergleichbarer Studienabschluss
    • berufliche Praxis von in der Regel mindestens einem Jahr in einem entsprechenden Arbeitsfeld zum Zeitpunkt des Studienbeginns
    • Motivationsschreiben und Videobewerbung

    Qualifikationsziele

    Der Studiengang umfasst sechs Fachsemester (Regelstudienzeit) und gliedert sich in acht Module. Er ist als ein berufsbegleitendes Teilzeitstudium angelegt, das in seinen Präsenzzeiten auf die Wochentage Donnerstag bis Sonntag begrenzt wird.

    Die Absolvent*innen werden befähigt,

    • Adressierte Sozialer Arbeit für Geschichte zu begeistern, neue Zielgruppen zu gewinnen und schwer erreichbare Menschen an öffentliche Geschichtsarbeit heranzuführen
    • regionale Gedenkorte mit Methoden der Gemeinwesenarbeit und der Sozialraumorientierung zu identifizieren, zu würdigen und damit gesellschaftliche Veränderungsprozesse anzustoßen
    • ein kritisch-reflexives Geschichtsbewusstsein zu entwickeln und als Multiplikator*innen weiterzugeben
    • im Rahmen von Sozialer Gruppenarbeit stetig (neue) pädagogische Formate zu entwickeln, zu begleiten und zu evaluieren sowie vermittlungsorientierte Praxisprojekte zielgruppenspezifisch und altersangemessen im interdisziplinären Team zu konzipieren und umzusetzen
    • die vielfältigen Angebote von Gedenkstätten passgenau für Adressierte weiter zu entwickeln und sich entsprechend mit Bildungsorten zu vernetzen
    • Digitalisierungen in der öffentlichen Geschichtsarbeit interdisziplinär zu entwickeln und E-Learning und E-Didaktik in Bildungsprozesse einzuweben
    • interdisziplinär mit Gedenkstätten und anderen Bildungsorten empirisch zu forschen
    • zu den häufigsten Diskriminierungsformen (Antisemitismus, Antiziganismus, Ableismus, Rassismus und Migratismus, Gender/Queer: Sexismus/Heterosexismus/Homo- und Transmiseoismus, Klassismus, Lookismus, Diskriminierung Ost, Diskriminierung aufgrund der Weltanschauung u.a.) Wissen, Kompetenz und Haltung aufzubauen und entsprechende Handlungsoptionen im Kontext öffentlicher Geschichtsarbeit zu entwickeln
    • antirassistisches Handeln bereits in der frühkindlichen Bildung zu platzieren
    • Elemente von Diversity-Trainingseinheiten in ihren (beruflichen) trans- und internationalen Kontexten anzuwenden
    • barrierearme und interdisziplinär begleitete Begegnungsräume zu schaffen
    • sich über Menschenrechte in einer globalisierten Welt zu verständigen, Bildungsprozesse durch Menschenrechte anzustoßen und für Menschenrechte einzutreten
    • das Landauer Manifest zur Menschenrechtsbildung und den ethischen Kodex Sozialer Arbeit als Basis der eigenen Arbeit anzuerkennen und aktiv in pädagogische Formate einzuflechten
    • identitätsstiftende Bezüge zur Gegenwart herzustellen
    • transgenerationale Übertragungen zu identifizieren und Möglichkeiten zur Aufarbeitung von Traumata aufzuzeigen
    • einen kontinuierlichen Transfer zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischer Umsetzung zu legen
    • Selbstreflexion in einem diversitätssensiblen Setting zu trainieren
    • durch Service Learning Demokratie und Zivilgesellschaft zu stärken

    Berufliche Perspektiven

    Neben der Tätigkeit in den originär sozialen Berufen eröffnen die mit dem Studiengang erlangten Qualifikationen Zugänge zu vielfältigen Berufsfeldern im Bereich der politisch-historischen Bildung.

    Darüber hinaus können die Absolvent*innen mit ihrer Expertise Schnittstellen im Bereich der Sozialen Arbeit bedienen, etwa im Kontext der Schulsozialarbeit, in Bildungszentren und Jugendgästehäusern, als Beratende für Gedenkstätten zum Thema Inklusion und Teilhabe, im Maßregelvollzug oder in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, in Hochschulen, in Parteien und Stiftungen, Unternehmen und Verbänden sowie in der Kultur- und Kunstarbeit und in der Gleichstellungs- und Integrationsarbeit.

    Für eine vermittlungsbezogene Tätigkeit in Gedenkstätten und verwandten Bereichen vermittelt der Studiengang neben fachgeschichtlichen Inhalten und didaktischen Konzepten spezifische Kompetenzen zu Menschenrechts-Fragestellungen, Diversität, Inklusion, zielgruppenorientierter Praxis und Kulturrecht sowie zu Reflexions- und Supervisionsansätzen.

    Für eine identitätsstiftende Erinnerungskultur sensibilisiert der Studiengang insbesondere in den Modulen zu einer zielgruppenorientierten Praxis und pädagogischen Formaten für interdisziplinäre, partizipative und visuelle Ansätze und Methoden. Der Studiengang versteht sich hierbei als Diskussionsraum und Ideenlabor.

    Der Studiengang ist in seiner Konzeption sowohl anschlussfähig für eine ortsgebundene Vermittlungsarbeit durch Gedenkstättenmitarbeiter*innen als auch für eine aufsuchende Gedenkstättenpädagogik im Rahmen der Sozialen Arbeit.

    Der Masterstudiengang befördert hiermit zugleich eine stärkere Verzahnung von Forschung und Praxis sozialer Berufe und stellt ein Forum wissenschaftlichen Austauschs dar. Deshalb kooperiert die Hochschule Nordhausen mit der Gedenkstätte Mittelbau-Dora vor Ort, mit der Evangelischen Hochschule Freiburg, Einrichtungen der historisch/politischen Bildung und mit unterschiedlichen Praxispartnern sozialer Arbeit.