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Nachruf

Chantal Jakobsen

Gedenken an unsere Absolventin Chantal Jakobsen

Mit tiefer Bestürzung und großer Trauer haben wir von der Gewalttat in einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Stade erfahren, bei der am 29. Juni 2026 sechs Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter getötet wurden.

Wir trauern als Beschäftigte der Hochschule Nordhausen – und viele von uns ganz persönlich – um unsere Absolventin Chantal Jakobsen, die in Ausübung ihres Berufs als Sozialarbeiterin brutal umgebracht wurde. Der gesamte Jahrgang, der gemeinsam mit Chantal studiert hat, hat sich in der Trauer um ihre Kommilitonin vernetzt und fühlt ganz besonders mit Chantals Angehörigen und allen, die zutiefst durch den Tod von sechs Sozialarbeitenden verletzt wurden.

Die Getöteten haben ihren Beruf mit Haltung und Verantwortung ausgeübt – im Dienst an Menschen in schwierigen Lebenslagen, oft unter hoher Belastung und in sensiblen, konfliktreichen Situationen. Was ihnen widerfahren ist, trifft nicht nur ihre Angehörigen und Kolleg*innen, sondern die gesamte Profession der Sozialen Arbeit, der sich die Hochschule Nordhausen mit ihrem Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen sehr verbunden fühlt.

Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen, Freund*innen und Kolleg*innen von Chantal, allen Opfern dieser Gewalttat sowie allen, die die Tat miterleben mussten oder ihre Folgen bewältigen müssen.

Zugleich rückt dieses Ereignis eine Frage in den Vordergrund, die uns als Ausbildungsstätte für Soziale Arbeit unmittelbar betrifft: den Schutz von Fachkräften, die sich täglich für andere einsetzen. Wir werden diese Frage in Lehre, Forschung und im fachlichen Austausch mit unseren Kooperationspartner*innen vertieft behandeln.

Wir schließen uns ausdrücklich dem Statement des DBSH Bundesvorstands an, das den Umgang mit Gefahrensituationen in der Sozialen Arbeit thematisiert und zugleich die Relevanz von Schutz- und Sicherheitskonzepten in der Sozialen Arbeit fordert.

Die Hochschule Nordhausen spricht allen Betroffenen ihre Anteilnahme und ihr herzliches Mitgefühl aus.



Nordhausen, 13. Juli 2026