Bilderunterschrift: Im Workshop „Regypsathon“ untersuchen Studierende der Hochschule Nordhausen praktische Ansätze zum Recycling von Gipskartonplatten. (Fotos: HSN)
Home | Praxistest für Kreislaufwirtschaft: Studierende der Hochschule Nordhausen erforschen Gipsrecycling im „Regypsathon“
30. März 2026
Wie sich Gipskartonplatten effizient recyceln lassen, stand im Mittelpunkt eines neuen Praxisformats an der Hochschule Nordhausen. Im Wintersemester 2025/2026 fand erstmals der Workshop „Regypsathon“ in Kooperation mit dem Unternehmen Knauf statt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung „Plant Planning for Recycling Technology“ für Studierende des Masterstudiengangs Environmental and Recycling Technology organisiert und am Ressourceninstitut Nordhausen (ResIn) durchgeführt.
Bilderunterschrift: Im Workshop „Regypsathon“ untersuchen Studierende der Hochschule Nordhausen praktische Ansätze zum Recycling von Gipskartonplatten. (Fotos: HSN)
Im Workshop untersuchten die Studierenden, wie sich der Kartonanteil möglichst effizient vom Gipskern von Gipskartonplatten trennen lässt. Dazu testeten sie verschiedene mechanische Verfahren und nutzten unterschiedliche handelsübliche Werkzeuge. Ziel war es, praktische Erfahrungen mit Recyclingprozessen zu sammeln und neue Ansätze für das Gipsrecycling im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu entwickeln.
Das Thema gewinnt zunehmend an Bedeutung: Mit dem perspektivischen Wegfall der Rohstoffquelle REA-Gips rückt Recyclinggips als alternative Quelle für die Baustoffindustrie stärker in den Fokus. Die Studierenden beschäftigten sich deshalb nicht nur mit technischen Lösungen, sondern auch mit der Rolle von Recyclingprozessen für eine nachhaltigere Baustoffproduktion.
Der Workshop knüpfte an Inhalte aus den Lehrveranstaltungen „Urban Mining and Circular Economy“ sowie „Recycling of Building Materials“ im Studiengang Environmental and Recycling Technology an. Ergänzt wurde das Praxisprojekt durch eine Exkursion in das Knauf-Werk in Rottleberode. Dort erhielten die Studierenden Einblicke in industrielle Prozesse der Gipsproduktion und konnten die theoretischen Inhalte aus dem Studium mit realen Produktionsabläufen verknüpfen.
„Solche Formate zeigen sehr anschaulich, wie sich wissenschaftliche Inhalte und praktische Fragestellungen aus der Industrie miteinander verbinden lassen“, erklärt Prof. Dr. Sebastian Schmidt, Projektleiter aus dem Studiengang Environmental and Recycling Technology. „Die Studierenden arbeiten direkt an realen Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft.“
Die im Workshop gewonnenen Erkenntnisse sollen im kommenden Sommersemester in weiterführenden Laboruntersuchungen vertieft werden. Ziel ist es, die untersuchten Trennverfahren systematisch zu analysieren und mögliche Optimierungen für das Recycling von Gipskartonplatten zu entwickeln.
Die Hochschule Nordhausen dankt der Firma Knauf für die Unterstützung des Workshops sowie die enge Zusammenarbeit.
Über Knauf
Die Knauf Gruppe ist ein international tätiger Hersteller von Baustoffen und Bausystemen mit Hauptsitz in Iphofen (Deutschland). Das Familienunternehmen entwickelt und produziert unter anderem Gipsplatten, Trockenbausysteme, Dämmstoffe sowie Lösungen für Boden- und Fassadensysteme. Knauf beschäftigt weltweit mehrere zehntausend Mitarbeitende und betreibt Produktions- und Vertriebsstandorte in zahlreichen Ländern. Das Unternehmen engagiert sich in verschiedenen Initiativen zur Förderung nachhaltiger Baustoffe und zur Weiterentwicklung von Recyclingprozessen in der Bauindustrie.
Über die Hochschule Nordhausen
Die Hochschule Nordhausen ist eine staatliche Hochschule in Thüringen mit einem praxisorientierten Studienangebot in den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft, Sozialwissenschaften und Nachhaltigkeit. Rund 2.000 Studierende aus zahlreichen Ländern studieren derzeit auf dem Campus am Weinberghof. Forschung und Lehre sind eng mit regionalen und internationalen Partnern aus Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft vernetzt. Ziel der Hochschule ist es, praxisnahe Lösungen für gesellschaftliche und technologische Herausforderungen zu entwickeln.
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