Marketing-Lehrbuch, Kapitel 3

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Da unser Gehirn nur über eine eingeschränkte Informationsverarbeitungskapazität verfügt, können wir häufig die vielen Reize unserer Umwelt nicht verarbeiten und filtern deshalb – weitestgehend unbewusst – Informationen.

Der Selektionsprozess in Bezug auf unsere Wahrnehmung erfolgt jedoch nicht zufällig, sondern beruht auf einer bestimmten Systematik: Wir nehmen vor allem das wahr, was unserer aktuellen Aufgabe, unserem Ziel bzw. unseren gegenwärtig relevanten Bedürfnissen entspricht. Die selektive Wahrnehmung ist vorteilhaft, da wir durch sie in der Lage sind, die tägliche Informationsflut überhaupt bewältigen und angemessen reagieren zu können. Was nicht zu unseren Erfahrungen oder zu unserer aktuellen Absicht passt, wird einfach „ausgeblendet“. Das Phänomen der selektiven Wahrnehmung betrifft dabei nicht nur unsere visuelle Wahrnehmung, sondern beeinflusst auch, wie wir denken, uns erinnern und wie wir entscheiden.

Eines der bekanntesten und interessantesten Experimente zur selektiven Wahrnehmung ist das so genannte Gorilla-Experiment des amerikanischen Psychologen Dan Simons: Den Testpersonen wird ein Videoclip vorgespielt, in dem sich zwei aus drei Personen bestehende Mannschaften jeweils einen Basketball zuspielen. Die eine Mannschaft ist weiß, die andere schwarz gekleidet, und beide Mannschaften bewegen sich Ball spielend durch das Bild. Die Aufgabe der Testpersonen besteht darin, die Anzahl der Pässe der weißen Mannschaft zu zählen. Während die Spieler ihre Pässe spielen, erscheint ein Gorilla im Bild, schaut in die Kamera, klopft sich auf die Brust, und verlässt nach 9 Sekunden die Szenerie. Das erstaunliche Ergebnis: Die Hälfte aller Testpersonen, denen das Video gezeigt wurde, bemerkte den Gorilla nicht, weil sie sich vollkommen auf das Zählen der Pässe der weißen Mannschaft konzentrierten. Wenn wir allerdings vor der Betrachtung des Videos wissen, dass ein Gorilla auftauchen wird, nehmen wir ihn natürlich auch wahr, weil unsere Wahrnehmung durch die Information in eine andere Richtung gelenkt wird. Allerdings fällt es uns dann schwerer, die Pässe der weißen Mannschaft richtig zu zählen. Dieses klassische Experiment belegt auf eindrucksvolle Art und Weise, dass wir viele in unserer Umwelt verfügbare Informationen (z.B. Produkte im Supermarktregal) nicht wahrnehmen und dass wir diesen Selektionsprozess nicht bemerken, da er automatisch abläuft.


Quellen:

Gelbes Buchcover mit dem Titel „MARKETING – Einführung in Theorie und Praxis“ in weißen und blauen Buchstaben. Unten sind zwei bunte, stilisierte Hände abgebildet, die gemeinsam ein Herz formen. Autor:innen: Andreas Scharf, Bernd Schubert, Patrick Hehn und Stephanie Glassl. Verlag: Schäffer-Poeschel.
Marketing-Lehrbuch,
8. Auflage