Home | 8-9: Storytelling in der Markenkommunikation
Marketing-Lehrbuch, Kapitel 8
Kommunikationspolitik → Planungs- und Entscheidungsprozesse einer Werbekampagne → Gestaltung der Werbebotschaft → Inhaltliche Aspekte der Anzeigengestaltung (Kapitel 8.3.7.2)
Das Storytelling gilt in der Markenkommunikation zurzeit als eine besonders wirksame Technik zur emotionalen Inszenierung von Marken (vgl. Kapitel 8.3.7.2). Der Hauptgrund dafür liegt in der Bedeutung von Geschichten für unser Gehirn. Mit den episodischen Codes einer Marke, die in der Regel mitHilfe von Werbespots gestaltet werden, gelingt es über den Wirkungseffekt von Spiegelneuronen besonders gut, Konsumenten emotional zu „berühren“, was die Grundlage für eine emotionale Markenbindung ist.
Die Baumarktkette Hornbach nutzt seit vielen Jahren das Storytelling bei ihrer Markenkommunikation, um den Claim der Marke Hornbach „Es gibt immer was zu tun“ für jeden – auch nicht so versierten – Hobby-Handwerker anschaulich zu vermitteln. In immer neuen humorvollen und vor allem skurrilen Geschichten wird das Thema „erfolgreiche Handwerksarbeit von Laien“ in Szene gesetzt. Besonders eindrucksvoll ist das mit der Kampagne „Jede Veränderung braucht einen Anfang“ gelungen.
„Der Spot, inszeniert von dem spanischen Regisseur Pep Bosch und gedreht in einem osteuropäischen Dorf, erinnert an eine Dokumentation. Das Ambiente ist romantisch, fast schon poetisch mit nostalgischen Anklängen (Produktion: Trigger Happy Productions, Berlin). Es gibt einen Erzähler, der die Geschichte seines Dorfes wiedergibt: Über die Jahre haben die Menschen verlernt, ihre Hände zu benutzen. Die Häuser sind dem Verfall preisgegeben. Doch eines Tages taucht wie aus dem Nichts eine gigantische Nuss auf. Zunächst können die Dorfbewohner nichts mit dem rätselhaften Objekt anfangen. Doch plötzlich bricht ein Stück aus der Nuss heraus und gibt ihr Inneres preis: Sie ist randvoll gefüllt mit Werkzeug. Dies markiert den entscheidenden Wendepunkt. Die Menschen entdecken ihre Hände neu und machen sich alle daran, ihre Häuser und Gärten zu renovieren. Die Story ist typisch Hornbach: Auf den ersten Blick ein wenig skurril und doch lässt sie viel Raum für Interpretationen. ,Mit der Nuss wollten wir bewusst einen Spielraum schaffen, Fragen aufwerfen und einen Mythos kreieren, mit dem sich die Zuschauer auseinandersetzen‘, sagt von Bechtolsheim. Im Werbeblock wird der Film sicherlich auffallen, weil der Dokumentarstil einen Bruch zur Masse der Mainstream-Commercials darstellt. Die Musik im Hintergrund ist leise und dezent, die Botschaft wird klar und verständlich vermittelt – möglicherweise verständlicher als es bei einigen Vorgängerspots der Fall war.“

Zusatzmaterial zu den einzeln Kapiteln:
3-2: Telekom-Werbung – Bedeutung von Spiegelneuronen für emotionale Reaktionen
3-4: Messung impliziter Einstellung mittels implizitem Assoziationstest (IAT)
3-6: Subjektive Wahrnehmung: Sind zwei Tische identisch oder nicht?
3-7: Das Auge isst mit: Die optische Wahrnehmung beeinflusst unser Hungergefühl
3-8: Febreze: Bedeutung habitualisierter Entscheidungen für das Marketing
4-2: Operationalisierung und Messung der Umweltorientierung von EU-Bürgern
4-4: Berechnung des Stichprobenfehlers bei der Zufallsauswahl
4-5: Screening-Fragebogen zur Realisierung einer vorab definierten Stichprobe
4-6: Konzeption eines Gesprächsleitfadens für eine qualitative Befragung
4-7: Beobachtung des individuellen Essverhaltens im „Restaurant der Zukunft“
4-8: Produktpositionierung: Positionierung einer Smartphone-Marke im Wettbewerbsumfeld
7-1: Kindle Fire – Beeinflussung der Wahrnehmung des Nettonutzens durch Werbung
7-2: Ermittlung des optimalen Stromtarifs mittels Choice-Based-Conjointanalyse
7-4: Beeinflussung der wahrgenommenen Preisgünstigkeit durch Umbrella Pricing
7-7: Hohe Attraktivität privater Finanzierungs- und Leasingangebote für Autos
8-1: Produktpositionierung: Code-Analyse des Markenauftritts zweier Sektmarken
8-12: Werbewirkungsanalyse digitaler Kommunikationsinstrumente
8-3: Die Macht der Megatrends und die Zukunft von Sicherheit und Qualität
8-4: Erfolgreiche und nicht erfolgreiche Social-Media-Kampagnen
8-5: Guerilla-Kommunikation: Nutzung eines Neonazi-Aufmarsches für eine gute Sache
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