Home | 3-7: Das Auge isst mit: Die optische Wahrnehmung beeinflusst unser Hungergefühl
Marketing-Lehrbuch, Kapitel 3
Konsumentenverhalten → Psychische Prozesse → Kognitive Prozesse → Prozess der Informationsverarbeitung – Wahrnehmen und Beurteilen (Kapitel 3.4.2.3)
Wie viel wir essen, wird dadurch beeinflusst, was wir sehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine empirische Studie, bei der die Testpersonen Suppe essen mussten. Manche Teilnehmer hatten Teller vor sich, die heimlich nachgefüllt wurden.

54 Testesser bekamen eine Suppe als Mittagessen vorgesetzt. Was die Probanden nicht wussten: Jeder zweite Teilnehmer aß seine Suppe aus einem Teller, der über einen Schlauch im Boden langsam immer wieder nachgefüllt wurde. Das Ergebnis: Der Hunger der Testpersonen wurde durch diese Manipulation signifikant beeinflusst. Die Probanden mit den Nachfülltellern aßen 73 Prozent mehr Suppe als die Teilnehmer mit normalen Tellern. Noch erstaunlicher ist, dass sich die unfreiwilligen „Mehr-Esser“ in einer anschließenden Befragung keinesfalls satter fühlten als die anderen und auch nicht ahnten, dass sie deutlich mehr Kalorien aufgenommen hatten. Egal, wer welche Portion vertilgt hatte – alle gaben in etwa den gleichen Sättigungsgrad an.
„Menschen benutzen ihre Augen und nicht ihren Magen, um Kalorien zu zählen.“ Offenbar wird die Nahrungsmenge vor Beginn und während einer Mahlzeit anhand optischer Kriterien abgeschätzt. Diese Schätzung prägt dann die Erwartungshaltung und vermindert die Zuverlässigkeit der Selbsteinschätzung beim Essen. Da diese Vorgänge unbewusst ablaufen, besteht die Gefahr einer überhöhten Nahrungsaufnahme. Um die Kalorienmenge zu reduzieren, eignet sich ein einfacher Trick: kleinere Teller, die auch bescheidene Mahlzeiten groß aussehen lassen.

Zusatzmaterial zu den einzeln Kapiteln:
3-2: Telekom-Werbung – Bedeutung von Spiegelneuronen für emotionale Reaktionen
3-4: Messung impliziter Einstellung mittels implizitem Assoziationstest (IAT)
3-6: Subjektive Wahrnehmung: Sind zwei Tische identisch oder nicht?
3-7: Das Auge isst mit: Die optische Wahrnehmung beeinflusst unser Hungergefühl
3-8: Febreze: Bedeutung habitualisierter Entscheidungen für das Marketing
4-2: Operationalisierung und Messung der Umweltorientierung von EU-Bürgern
4-4: Berechnung des Stichprobenfehlers bei der Zufallsauswahl
4-5: Screening-Fragebogen zur Realisierung einer vorab definierten Stichprobe
4-6: Konzeption eines Gesprächsleitfadens für eine qualitative Befragung
4-7: Beobachtung des individuellen Essverhaltens im „Restaurant der Zukunft“
4-8: Produktpositionierung: Positionierung einer Smartphone-Marke im Wettbewerbsumfeld
7-1: Kindle Fire – Beeinflussung der Wahrnehmung des Nettonutzens durch Werbung
7-2: Ermittlung des optimalen Stromtarifs mittels Choice-Based-Conjointanalyse
7-4: Beeinflussung der wahrgenommenen Preisgünstigkeit durch Umbrella Pricing
7-7: Hohe Attraktivität privater Finanzierungs- und Leasingangebote für Autos
8-1: Produktpositionierung: Code-Analyse des Markenauftritts zweier Sektmarken
8-12: Werbewirkungsanalyse digitaler Kommunikationsinstrumente
8-3: Die Macht der Megatrends und die Zukunft von Sicherheit und Qualität
8-4: Erfolgreiche und nicht erfolgreiche Social-Media-Kampagnen
8-5: Guerilla-Kommunikation: Nutzung eines Neonazi-Aufmarsches für eine gute Sache
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