Home | 6-7: Das EDISON-Prinzip® – ein erfolgreicher Ansatz zur Ideenfindung
Marketing-Lehrbuch, Kapitel 6
Produktpolitik → Produktinnovation → Produktinnovation als mehrstufiger Planungs- und Entscheidungsprozess → Ideenfindung und Ideenbewertung (Kapitel 6.5.2.2)
Viele Methoden der Ideenfindung, wie das Brainstorming, die morphologische oder auch die Synektik sind durch eine spezifische, rein auf die Produktion von Ideen ausgerichtete Verfahren, die Erkenntnisse der Kreativitätsforschung nutzen, um Ideen zu generieren. Häufig fehlt diesen Verfahren eine ganzheitliche Betrachtungsweise, die Kundenprobleme im gesamten Wertschöpfungsprozess berücksichtigt.
Mit dem EDISON-Prinzip® hat die Leipziger Ideenschmiede „Die Ideeologen“ einen solchen ganzheitlichen Ansatz entwickelt, den namhafte Konzerne bereits erfolgreich in ihre Innovationsprozesse integriert haben. Das EDISON-Prinzip® basiert auf folgenden Schritten, die zeigen, dass der Prozess hier von den ersten Überlegungen zu möglichen Suchfeldern bis hin zur Umsetzung der Ideen betrachtet wird:
Schritt 1: Neue Suchfelder für die Ideenentwicklung finden (Identifizierung von Kundenproblemen)
Schritt 2: Neue Fragen entwickeln ( Systematische Suche nach neuen Denkwegen, alte Pfade verlassen)
Schritt 3: Inspirationen für die Ideenentwicklung suchen (Nutzung unterschiedlicher Quellen für Ideen)
Schritt 4: Die eigentliche Entwicklung der Ideen (Verknüpfung von Ausgangsfrage und Inspiration)
Schritt 5: Kreative Konzepte entwickeln (Ideen in nachvollziehbaren Problemlösungen konkretisieren)
Schritt 6: Ideen in die Tat umsetzen (Umfeldbetrachtung für eine erfolgreiche Vermarktung)
Beispiel:
Die TUI Deutschland GmbH suchte nach Ideen und Konzepten für a) Geschäftsmodelle, mit denen das Unternehmen neue Märkte erschließen kann und b) Vertriebswege, mit denen dem zunehmenden Wettbewerb durch Vergleichsportale im Internet begegnet werden kann.
Methodik:
Das EDISON-Prinzip®: In einem internen Workshop vorab wurden Erfolgschancen definiert. Dazu wurde ein Suchpfad der Blue Ocean Strategie genutzt: Die Betrachtung von komplementären Produkten und Dienstleistungen. Die Reisekette von Kunden wurde systematisch aufgesplittet, um Teilaspekte zu identifizieren, in denen Kunden Bedürfnisse haben oder Entscheidungen treffen müssen, in denen die TUI jedoch bislang nicht präsent ist.
Ergebnisbeispiele:
Suchfeld: Zeitraum zwischen Reisebuchung und Reiseantritt, in dem Kunden umfangreiche Vorbereitungen treffen. TUI ist dort bislang einzig durch einen Shop präsent, der eine kleine Auswahl von Reisezubehör verkauft. Mit den zahlreichen Bedürfnissen, die durch die Vorbereitung der Reise entstehen, sind Kunden jedoch häufig alleine gelassen. Ein Ideencluster bezog sich auf Zusatzgeschäfte zwischen Reisebuchung und Reiseantritt sowie Ideen, mit denen der Auswahlprozess zwischen verschiedenen Anbietern umgangen wird. Darunter waren Ideen, wie der „Red Smile Service“, eine Zusatzversicherung, die einen jederzeitigen Reiseabbruch bei bislang nicht versicherten Fällen ermöglicht, ein Prüf- und Qualitätssiegel für lokale Touristik-Angebote, das lokale Lizenznehmer gegen Gebühr und Ausbildung erwerben können, ein TUI-Reisesparplan mit einem deutlich höheren Zinssatz als bei normalen Sparbüchern, mit denen Kunden gut verzinst Geld für ihre nächste Reise ansparen können und vieles mehr.

Zusatzmaterial zu den einzeln Kapiteln:
3-2: Telekom-Werbung – Bedeutung von Spiegelneuronen für emotionale Reaktionen
3-4: Messung impliziter Einstellung mittels implizitem Assoziationstest (IAT)
3-6: Subjektive Wahrnehmung: Sind zwei Tische identisch oder nicht?
3-7: Das Auge isst mit: Die optische Wahrnehmung beeinflusst unser Hungergefühl
3-8: Febreze: Bedeutung habitualisierter Entscheidungen für das Marketing
4-2: Operationalisierung und Messung der Umweltorientierung von EU-Bürgern
4-4: Berechnung des Stichprobenfehlers bei der Zufallsauswahl
4-5: Screening-Fragebogen zur Realisierung einer vorab definierten Stichprobe
4-6: Konzeption eines Gesprächsleitfadens für eine qualitative Befragung
4-7: Beobachtung des individuellen Essverhaltens im „Restaurant der Zukunft“
4-8: Produktpositionierung: Positionierung einer Smartphone-Marke im Wettbewerbsumfeld
7-1: Kindle Fire – Beeinflussung der Wahrnehmung des Nettonutzens durch Werbung
7-2: Ermittlung des optimalen Stromtarifs mittels Choice-Based-Conjointanalyse
7-4: Beeinflussung der wahrgenommenen Preisgünstigkeit durch Umbrella Pricing
7-7: Hohe Attraktivität privater Finanzierungs- und Leasingangebote für Autos
8-1: Produktpositionierung: Code-Analyse des Markenauftritts zweier Sektmarken
8-12: Werbewirkungsanalyse digitaler Kommunikationsinstrumente
8-3: Die Macht der Megatrends und die Zukunft von Sicherheit und Qualität
8-4: Erfolgreiche und nicht erfolgreiche Social-Media-Kampagnen
8-5: Guerilla-Kommunikation: Nutzung eines Neonazi-Aufmarsches für eine gute Sache
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