Home | 5-1: Sollbruchstellen bei langlebigen Gebrauchsgütern – Ergebnisse einer empirischen Untersuchung
Marketing-Lehrbuch, Kapitel 5
Marketingziele und Marketingstrategien → Entwicklung von Marketingstrategien → Marktfeldstrategien (Kapitel 5.2.1)
Immer wieder wird behauptet, dass die Industrie Sollbruchstellen in ihre Geräte einbaut, um den Umsatz durch eine frühere Ersatzbeschaffung zu steigern. Eine empirische Studie des Öko-Instituts und der Universität Bonn konnte für diese Strategie der „geplanten Obsoleszenz“ jedoch keine Belege finden.
In deutschen Haushalten sank zwar in den letzten Jahren die durchschnittliche Lebensdauer von großen Haushaltsgeräten (Waschmaschinen, Wäschetrockner, Kühlschränke) und Computer-Hardware, es gibt aber keine Hinweise darauf, dass die Hersteller bewusst technische Schwachstellen in ihre Produkte einbauen. Häufig sind die Geräte beim Austausch auch nicht defekt, sondern werden ersetzt, weil der funktionale Nutzen neuer Produkte höher ist (z.B. bessere Bedienbarkeit, niedrigere Verbrauchswerte).
Auf der Grundlage der aktuellen Konsumgewohnheiten ihrer Kunden sowie der technischen Möglichkeiten berechnen die Anbieter die voraussichtliche Nutzungsdauer für ihre Produkte, die folglich so lange halten sollen wie nötig, aber nicht so lange wie möglich. Beispielsweise ersetzen zwei Drittel der Bundebürger ihr Mobiltelefon spätestens nach drei Jahren, weil sie etwa mehr Speicherplatz oder eine bessere Kamera wünschen, oder der Ersatz in ihrem Mobilfunkvertrag vereinbart ist. Deshalb konzipiert kein Hersteller seine Smartphones für eine durchschnittliche Nutzungsdauer von zehn Jahren.
Viele Hersteller von Haushaltsgeräten orientieren sich bzgl. der Lebensdauer ihrer Produkte vielmehr an den Nutzenerwartungen ihrer Zielgruppen. Beispielsweise bauen einige Anbieter Waschmaschinen, die extrem haltbar sind, während andere besonders preiswerte Produkte mit einer deutlich geringeren Haltbarkeit auf den Markt bringen. Die Abbildung veranschaulicht die Ergebnisse einer Studie des Umweltbundesamtes zur Zufriedenheit der Konsumenten mit der Lebensdauer von Elektrogeräten.


Zusatzmaterial zu den einzeln Kapiteln:
3-2: Telekom-Werbung – Bedeutung von Spiegelneuronen für emotionale Reaktionen
3-4: Messung impliziter Einstellung mittels implizitem Assoziationstest (IAT)
3-6: Subjektive Wahrnehmung: Sind zwei Tische identisch oder nicht?
3-7: Das Auge isst mit: Die optische Wahrnehmung beeinflusst unser Hungergefühl
3-8: Febreze: Bedeutung habitualisierter Entscheidungen für das Marketing
4-2: Operationalisierung und Messung der Umweltorientierung von EU-Bürgern
4-4: Berechnung des Stichprobenfehlers bei der Zufallsauswahl
4-5: Screening-Fragebogen zur Realisierung einer vorab definierten Stichprobe
4-6: Konzeption eines Gesprächsleitfadens für eine qualitative Befragung
4-7: Beobachtung des individuellen Essverhaltens im „Restaurant der Zukunft“
4-8: Produktpositionierung: Positionierung einer Smartphone-Marke im Wettbewerbsumfeld
7-1: Kindle Fire – Beeinflussung der Wahrnehmung des Nettonutzens durch Werbung
7-2: Ermittlung des optimalen Stromtarifs mittels Choice-Based-Conjointanalyse
7-4: Beeinflussung der wahrgenommenen Preisgünstigkeit durch Umbrella Pricing
7-7: Hohe Attraktivität privater Finanzierungs- und Leasingangebote für Autos
8-1: Produktpositionierung: Code-Analyse des Markenauftritts zweier Sektmarken
8-12: Werbewirkungsanalyse digitaler Kommunikationsinstrumente
8-3: Die Macht der Megatrends und die Zukunft von Sicherheit und Qualität
8-4: Erfolgreiche und nicht erfolgreiche Social-Media-Kampagnen
8-5: Guerilla-Kommunikation: Nutzung eines Neonazi-Aufmarsches für eine gute Sache
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