Marketing-Lehrbuch, Kapitel 4

Marktforschung → Entscheidungsprobleme im Rahmen der Datenerhebung → Messtheoretische Grundlagen (Kapitel 4.2.2)

Im Auftrag der Europäischen Kommission wurde eine Befragung zur Ermittlung der Einstellung von EU-Bürgern zur Umwelt durchgeführt.

Befragt wurden Personen ab 15 Jahren, die über die Nationalität eines EU-Mitgliedsstaates verfügen und in einem der Mitgliedstaaten der Europäischen Union ihren Wohnsitz haben (Untersuchungsobjekte). Die Stichprobenbildung erfolgte mittels mehrstufiger Zufallsauswahl. Die Befragungen wurden als „face to face“-Interviews mit den ausgewählten Personen in der jeweiligen Landessprache durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 26.730 Personen.

Die zu messende Eigenschaft wurde als „Bereitschaft, umweltorientiert zu handeln“ definiert und die Kaufbereitschaft für umweltfreundliche Produkte wurde als geeigneter Indikator identifiziert, der mittels folgender Frage operationalisiert wurde: „Ich bin grundsätzlich bereit, umweltfreundliche Produkte zu kaufen, auch wenn diese etwas teurer als normale Produkte sind.“ Die Messung erfolgte mittels einer fünfstufigen Intervallskala (1 = weiß nicht/keine Antwort / 2 = stimme überhaupt nicht zu / 3 = stimme eher nicht zu / 4 = stimme eher zu / 5 = stimme voll und ganz zu).

Drei Viertel (25 Prozent stimmen voll und ganz zu, 50 Prozent stimmen eher zu) gaben an, dass sie dazu bereit sind, umweltfreundliche Produkte zu kaufen, auch wenn diese etwas teurer als normale Produkte sind, während fast ein Fünftel nicht willens ist, ihre Konsumgewohnheiten zu Gunsten der Umwelt zu ändern.

Das Diagramm schlüsselt die Antwortkategorien zur Frage der Umweltorientierung auf.
Ergebnisse der Befragung zur Umweltorientierung der EU-Bürger
Bildbeschreibung

Das Diagramm schlüsselt die Antwortkategorien zur Frage der Umweltorientierung wie folgt auf:

  • Positive Grundhaltung (75 %):
    • 25 % („Stimme voll und ganz zu“): Ein Viertel der EU-Bürger identifiziert sich sehr stark mit Umweltaspekten.
    • 50 % („Stimme eher zu“): Die Hälfte aller Befragten zeigt eine tendenzielle Umweltorientierung.
  • Negative Grundhaltung (19 %):
    • 14 % („Stimme eher nicht zu“): Ein kleiner Teil der Befragten sieht für sich keine starke Umweltorientierung.
    • 5 % („Stimme überhaupt nicht zu“): Eine sehr geringe Minderheit lehnt die Umweltorientierung gänzlich ab.
  • Neutral/Unentschlossen (6 %):
    • Dieser Anteil entfällt auf die Kategorie „Weiß nicht / Keine Angabe“.


Quellen:

Gelbes Buchcover mit dem Titel „MARKETING – Einführung in Theorie und Praxis“ in weißen und blauen Buchstaben. Unten sind zwei bunte, stilisierte Hände abgebildet, die gemeinsam ein Herz formen. Autor:innen: Andreas Scharf, Bernd Schubert, Patrick Hehn und Stephanie Glassl. Verlag: Schäffer-Poeschel.
Marketing-Lehrbuch,
8. Auflage