Home | 7-6: Rabattschlacht im Autohandel
Marketing-Lehrbuch, Kapitel 7
Preispolitik→ Konditionenpolitik → Rabattpolitik (Kapitel 7.5.1)
Die Konsumenten können sich über hohe Rabatte im deutschen Automarkt freuen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen.
Nach Ansicht der Wissenschaftler sind die hohen Rabatte beim Neuwagenkauf vor allem das Ergebnis der aggressiven Preispolitik der Volumenhersteller. Beispielsweise räumt der Marktführer VW für verschiedene Modelle zusätzliche Rabatte ein, vom Kleinstwagen Up über Golf und Passat bis hin zum SUV Touareg. Nahezu ein Drittel aller VW-Neuwagen wird zudem auf den Hersteller und die Händler zugelassen, um sie als „junge“ Gebrauchtwagen verkaufen zu können. Eine Preispolitik, die deutliche Nachlässe bei Internetvermittlern ermöglicht – und so den Händlern das Leben schwer macht.
Die Konkurrenten versuchen mit dem Marktführer schrittzuhalten. Um der neuen Konkurrenz im Internet die Stirn zu bieten, hatte Ford seine Händler angehalten, ihre Wagen im Händlerbetrieb zu den gleichen Konditionen anzubieten wie im Internet. Diese Aktion sollte den Internetvermittlern das Wasser abgraben, brachte aber nicht den erhofften Erfolg. Laut Studie wird beispielsweise der Ford Fiesta derzeitig so stark rabattiert wie kein anderes Modell im deutschen Markt. Das Rabattniveau im Händlerbetrieb hat durch die Aktion insgesamt massiv zugenommen. Darüber hinaus ermittelt nun auch das Bundeskartellamt gegen Ford.
Auch die Marken Opel, Peugeot und Citroen stehen wegen einer ähnlichen Rabattpolitik bei den Händlern im Visier der Ermittler. Immerhin konnte Opel den Anteil der Eigenzulassungen zuletzt reduzieren. Mehr als ein Drittel aller verkauften Fahrzeuge der Marke Opel wurden auf Händler, Hersteller oder Autovermieter zugelassen. Das ist ein größerer Anteil als bei jeder anderen deutschen Marke, was der Hersteller mit dem gestiegenen Absatz im Mitarbeiterleasing begründet.
Insgesamt bleibt der hohe Anteil der Eigenzulassungen, die als „junge“ Gebrauchtwagen hoch rabattiert im Markt verkauft werden, aber ein Problem der Branche. Ihr Anteil ist zwar leicht gesunken, fällt insgesamt aber immer noch sehr hoch aus. Vor allem Volkwagen und BMW tricksen hier deutlich mehr als in den Vormonaten.

Zusatzmaterial zu den einzeln Kapiteln:
3-2: Telekom-Werbung – Bedeutung von Spiegelneuronen für emotionale Reaktionen
3-4: Messung impliziter Einstellung mittels implizitem Assoziationstest (IAT)
3-6: Subjektive Wahrnehmung: Sind zwei Tische identisch oder nicht?
3-7: Das Auge isst mit: Die optische Wahrnehmung beeinflusst unser Hungergefühl
3-8: Febreze: Bedeutung habitualisierter Entscheidungen für das Marketing
4-2: Operationalisierung und Messung der Umweltorientierung von EU-Bürgern
4-4: Berechnung des Stichprobenfehlers bei der Zufallsauswahl
4-5: Screening-Fragebogen zur Realisierung einer vorab definierten Stichprobe
4-6: Konzeption eines Gesprächsleitfadens für eine qualitative Befragung
4-7: Beobachtung des individuellen Essverhaltens im „Restaurant der Zukunft“
4-8: Produktpositionierung: Positionierung einer Smartphone-Marke im Wettbewerbsumfeld
7-1: Kindle Fire – Beeinflussung der Wahrnehmung des Nettonutzens durch Werbung
7-2: Ermittlung des optimalen Stromtarifs mittels Choice-Based-Conjointanalyse
7-4: Beeinflussung der wahrgenommenen Preisgünstigkeit durch Umbrella Pricing
7-7: Hohe Attraktivität privater Finanzierungs- und Leasingangebote für Autos
8-1: Produktpositionierung: Code-Analyse des Markenauftritts zweier Sektmarken
8-12: Werbewirkungsanalyse digitaler Kommunikationsinstrumente
8-3: Die Macht der Megatrends und die Zukunft von Sicherheit und Qualität
8-4: Erfolgreiche und nicht erfolgreiche Social-Media-Kampagnen
8-5: Guerilla-Kommunikation: Nutzung eines Neonazi-Aufmarsches für eine gute Sache
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